• KieraAndreas
Berlin-Hamburg-NOK-Oslo-Götakanal-Stockholm-Kopenhagen-Stettin-Berlin

Diese mehrmonatige Segelreise wurde möglich, weil Skipper Andreas G. in den Ruhestand getreten ist.
 Das angestrebte Ziel, der Hardangerfjord oder sonst ein Fjord in Norwegen, musste wegen des verschlammten Kraftstofftanks aufgegeben werden. Ziele wurden statt dessen Oslo, der Götakanal, Stockholm und Kopenhagen. Wie kommen 317 Motorstunden und die hohe Zahl der Seemeilen unter Motor zustande?
 Nun, von Berlin über Havel, Elbe, Hamburg, NOK bis Kiel wurde bis auf wenige Stunden auf der Unterelbe ebenso motort wie auf dem Trollhättan- bzw. Götakanal sowie auf der Rückfahrt von Stettin nach Berlin. Weitere Motorstunden entstanden wetterbedingt und durch Spazierfahrten in Häfen wie Hamburg und einigem Hin und Her an anderen Orten, vor Brücken und Schleusen. 

Sämtliche Daten wurden einem elektronisch geführten Logbuch, handschriftlichen Aufzeichnungen und selten auch der Seekarte entnommen. Meilen und Stunden wurden teils gerundet. Etwaige Abweichungen zur Karte ergeben sich durch Kreuzen, Strom und Kurzstrecken während des lokalen Aufenthaltes.  Die Reise führte durch 79 Schleusen. Bei dem Boot handelt es sich um eine Friendship 28 aus den Niederlanden, Baujahr 1983, 8,70m/2,85m/1,20m mit Volvo Penta Innenborder 17 PS, Welle und 2er-Festpropeller, 40-Liter Dieseltank, zweifach Bindereff, Pinnenpilot Simrad, Taylor’s-Petroleumheizung, einem Kartuschen-Gaskocher und einem Induktions-Kochfeld, 70-Liter Trinkwassertank, Garmin-Plotter und UKW- Funk. Sämtliche Seekarten wurden neu beschafft.  

WOCHEN 1-2

Berlin - Brandenburg a.d. Havel - Rathenow - Havelberg - Dömitz - Geesthacht - HH-Finkenwerder - HH-Stadthafen - Wedel - Brunsbüttel - Rendsburg- Büdelsdorf - Schleuse Holtenau - Kiel-Reventlou - Laboe

Nach Wochen der Vorbereitungen und Arbeiten am Boot wird jetzt das Boot klariert, proviantiert, Werkzeuge, Öle, Diesel…alles an Bord. Grobes Ziel: Hamburger Hafenfest und dann irgend ein Fjord in Norwegen und nicht, wie zumeist, in die östliche Ostsee. Also Abschied und los! 

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Von Berlin-Tegel nach Brandenburg an der Havel, eine Schleuse. Viel Sonne, kalter Ostwind, ca. 14 Grad. Das erste Abendessen beim Inder direkt am Liegeplatz in der Stadt. Kein wirklicher Hafen, daher null Gebühren, aber auch keine Duschen usw. Rathenow. zwei Schleusen, ca. 70 km westlich von Berlin gelegen. Am nächsten Morgen ist Skippers Geburtstag, Frühstück im „Alten Anker“ gleich am Steg. Auf Wunsch des Geburtstagskindes Besuch des Kirchturms der St.-Andreas-Kirche (!) und Altstadtbummel. Nach Havelberg drei Schleusen, wieder kalt und wenig Sonne. Auf dem Domplatz stehen zwei Bronzefiguren, Zar Peter der I. und König Friedrich-Wilhelm der I. Sie erinnern an den Austausch von Gastgeschenken aus Anlass des Abschlusses der Konvention von Havelberg, in der sie sich als Bündnispartner ihre gegenseitige Unterstützung gegen das schwedische Reich zusicherten. Zar Peter der I. erhielt hier eine Staatsyacht und das legendäre Bernsteinzimmer, welches aus Bernstein-Wandverkleidungen bestand und im Auftrag des ersten Preußenkönigs angefertigt wurde. König Friedrich-Wilhelm der I. bekam im Gegenzug einen Trupp von 55 Grenadieren, die als „Lange Kerls“ bekannt gewordene Leibgarde des Königs. Der Chor probt im Dom, ein schöner Spaziergang geht zu Ende. Weiterfahrt mit Regen und Kälte bis Dömitz, dazu ein Hafentag. Ein Stadtrundgang, der uns ob seiner vielen leerstehenden, kaputten Häuser sehr entsetzt hat, führte uns auch zur menschenleeren Festung und zu einer Skurrilität: Hoffmanns Märchenpension und Scheunencafé, eher eine Rumpelkammer mit einem Unikum als Besitzer, der uns freundlich-beredt das Restaurant „Zur Torbrücke“ empfahl (hausgemachtes Sauerfleisch, wunderbar!). Tanken in LauenburgGeesthacht bei strömendem Regen. Später lichtete sich der Himmel und wir wurden im dortigen Segelverein sehr freundlich empfangen.

Über die Norder-Elbe Einfahrt in den Hamburger Hafen, vorbei an der Elbphilharmonie, immer wieder schön! Hafengeburtstag, Remmidemmi, auch auf dem Wasser, doch weitaus angenehmer als in der Enge an Land. Starker Wellenschlag, der noch liegende Mast schwingt auf, ein Bolzen an der vorderen Mastauflage bricht, Reparatur und einige Tage geplanter Aufenthalt in Finkenwerder, Ersatzteile für den Petroleumofen bei Toplicht in HH. Mast stellen zu zweit am unbekannten Kran, alles geht gut.

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Die Tage in Hamburg bestehen aus einer Nachtfahrt in den Hafen zum Feuerwerk, aus allerlei Schiffsspektakel, Schiffstaufe, Auslaufparade, Getute und Getöse und alles eng an eng… beeindruckend und ein Riesenspass, mit dem eigenen Boot mittenmang dabei zu sein! Eine weitere Übernachtung im Stadthafen, sehr empfehlenswert der Fischteller im Feuerschiff nebenan! Wedel, große, moderne Marina, angenehmes Hafenrestaurant, lange geöffnet, Fisch! Für uns erstmals: die Unterelbe, respekteinflößend, breit, Flachs, Betonnung, Großschifffahrt, Tide. Wir laufen mit der Ebbe aus, 4-5 kn Strom, macht 10 kn über Grund bis Brunsbüttel, weite Strecken nur mit Vorsegel. Warten vor der NOK-Schleuse, Ruhe bewahren, Signale beachten, Kreise drehen, dann wird’s, Einfahrt z.Zt. kostenlos. Übernachtung im Becken hinter der Schleuse. Weiter im Nord-Ostsee- oder auch (international) Kiel-Kanal nach Rendsburg-Büdelsdorf. Auf halbem Wege haben wir ein Weichensignal überfahren, dafür hatten wir dann eine Stunde Stress, da die dicke „Gdansk“ hinter uns erschien und alle Boote Platz machen mussten. Wir schafften es aber bis zur übernächsten Weichenstelle und kreisten dann in einer Wendestelle, bis die Dicke vorbei war. Entspanntes Motoren bis Büdelsdorf, Telefonat mit Dominik aus unserer SVT, der hier in Rendsburg seine Yacht zur Reparatur liegen hat. Er empfahl uns den Eisladen „San Marco“ in der Nähe des Hafens, guckst Du: www.byc-buedelsdorf.com. Sehr netter Hafenmeister, super gepflegte Anlage, empfehlenswert! Die Rendsburger Eisenbahnbrücke ist berühmt, doch ihre Tragseilfähre noch immer defekt, die nächtliche Kollision mit dem Frachter ist auf Youtube zu sehen - unerklärlich! Besuch in der Bäckerei Drews, die unbedingt empfehlenswert ist! Nach einem netten Plausch mit dem Bäcker, der gerne mit uns auf Reisen ginge, schenkte er uns ein frisches, warmes Bäckerbrot aus Sauerteig mit geschroteter Leinsaat. Eine nette Begegnung… Dampfbäckerei Drews, Hollerstraße 98, 24782 Büdelsdorf. 

Kiel-Holtenau/Schleuse/Tiessenkai Wartezeit eine Stunde, eng geschleust mit sechs Segelbooten, einem Ausflugsschiff und einem Containerschiff. Erst Sonne satt, in der Schleuse dann Wind, Platzregen und Gewitter, danach bis Mitternacht Dauerregen. Hafenrundfahrt auf eigenem Kiel, Sonne satt mit wenigen Wolken, das erste mal kurze-Hosen- Wetter. Ein Gang über die Stege zum Bootegucken bescherte uns noch die Einfahrt von Kirsten und Jürgen mit ihrer Lady Helmsman „Skrolan“, die wir 2016 in Marstal kennengelernt hatten.

Wir fuhren mit der kostenlosen Personenfähre über den NOK und liefen zur Maklerstrasse, dort befindet sich u.a. der Nautische Dienst, ein Fachhandel für die Seeschifffahrt. Man bekommt sämtliches Kartenmaterial, für uns ein Hafenhandbuch Norwegen. Auf dem Rückweg kamen wir in der Kanalstrasse 35 in Holtenau an der Schlachterei Mogensen vorbei, www.fleischerei- mogensen.de, und nahmen uns von den Leckereien etwas mit. Besonders zu empfehlen: Leberkäse mit Chili. 

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Laboe, Sonne mit Wolken, 18 Grad warm. Der Tag war noch jung, so fuhren wir noch bis Laboe, um dort in die legendäre Fischküche am alten Hafen einzukehren, täglich geöffnet von 11.30 Uhr bis 21.00 Uhr, es lohnt sich wirklich! Hafentag mit Regen, Regen, Regen. Zur Schiffswerft, wir fahren mit einem Mitarbeiter des Yachtzentrums nach Heikendorf, um uns eine Camper & Nicholson 35 anzusehen. Sie steht schon lange zum Verkauf, ist aus dem Jahr 1975. Sie sieht gut aus, entspricht dann aber doch nicht unserem Geschmack, da innen viele Dinge genauso wie auf unserem jetzigen Schiff sind und eine Verbesserung für den Preis nicht wirklich erkennbar ist, abgesehen von der Größe. 2m länger machen schon etwas her, aber dann könnten wir kaum noch in unsrem Verein liegen. Wir gönnen uns noch einmal eine heiße Fischsuppe in der Fischküche, laufen danach zum Marine-Ehrenmal. Zeit für Putzarbeiten an Deck, Aufräumen, Klarmachen fürs Segeln sowie Schreibarbeiten. Ab jetzt wird gesegelt!

WOCHEN 3-4

Laboe - Aarhus/DK - Greena - Anholt - Bua/SW

Diesiges Wetter, eingeschränkte Sicht. Wir setzen Segel, Wind aus Süd, lässt dann nach, nimmt wieder zu, Schwachwind, erstmals und einzig heute während der gesamten Reise kommt der Spinnaker zum Einsatz. Auf Nordkurs begegnen uns

- Unterwassersprengungen, denen wir ausweichen müssen (wurden UKW-Kanal 16 angekündigt),

- ein Trawler mit langem Schleppnetz, dem wir ausweichen müssen,

- erst ein, dann zwei Schweinswale unmittelbar neben dem Boot, sehr ungewöhnlich…

- diverse Segler unter Motor mit unterschiedlichen Kursen.

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Immerhin können wir bald wieder segeln, Wind achterlich, ruhige See, wenig Welle, Strom, der nördlich setzt, es reicht zum Kaffekochen, zum Genießen… Dann ein wenig Spannung. Es ist schon dunkel, als wir die Durchfahrt in Middelfart erreichen. Anlegen? Da wenig Verkehr herrscht und der Wind mit 4-5 bft sooo günstig weht, entschließen wir uns, auch bei Nacht durchzufahren, idealerweise gleich bis Aarhus! Also: der Skipper entschließt sich…Er hat den Kleinen Belt hier vor 20 Jahren einmal bei Tag durchsegelt und vertraut auf die Richtfeuer. Das hätte er nicht tun sollen, jedenfalls nicht gänzlich: wir navigieren erfolgreich nach Richtfeuern voraus und auch achteraus, doch reißt er plötzlich das Ruder herum, als wir geduldig bis auf fünf Meter bei abnehmender Tiefe fahren und die Strandung auf der kleinen Insel Faenö im Kleinen Belt vor Middelfart droht - das erwartete Feuer zur Kursänderung aus Richtung Kraftwerk in Skaerbaek gibt es einfach nicht, und das bei brandneuen Karten! Das passiert hier gleich zwei Mal, also aufpassen! Unverständlich auch, dass Ausgang des Belts die kleine, hässliche, schwarze Insel Faenø Kalvgänzlich unbeleuchtet ist, denn sie liegt geisterhaft mitten in der Durchfahrt! Noch in der Enge von Middelfart kam uns ein Frachter entgegen, überholte uns; ein weiterer kam uns entgegen. Große, dunkle und lautlose Silhouetten, die sich gegen die Lichter an Land abheben wie schwarzer Karton. Wir halten uns frei, rechnen mit Warnungen, doch keine Signale, alles richtig gemacht. Die vielen Richtungswechsel zwangen uns zum nächtlichen Segelbergen, Motoren und anschließendem erneuten Segel setzen; mit 4-5 Knoten durch die Nacht segeln, wunderbar, doch 


alles Premiere für Kiera, deren Begeisterung sich deutlich in Grenzen hält - also kein Hafen und kein warmes Essen nach der bestandenen Konzentrationsübung! Volle Segel, 8 Kn Fahrt, nur etwa vier Stunden Dunkelheit, die Navigation wird einfacher, doch stehen noch einige Flachs in der Morgendämmerung bevor bei nun schon 6 Bft, immer noch Vollzeug. Dann, endlich, Aarhus in Sicht. Nach Stunden aufmerksamen Segelns und viel Schaukelei von hinten ein Glas Wasser für den Skipper - doch Übelkeit, es bleibt nicht drin, wie soll ich’s sagen…übermüdet, entkräftet, schlapp, kaputt, leerer Magen… der erste Segeltag ab Laboe, sogleich durch die Nacht, 28 Stunden, unvorbereitet, das ist dann doch alles anstrengender, als erwartet… Im alten Fischerhafen von Aarhus fielen wir gegen 12.30 Uhr nur noch in die Kojen und schliefen bis 17.30 Uhr tief und fest. Fazit: eine Nachtfahrt zu zweit ist eine schöne seglerische Erfahrung, bringt unvorbereitet aber auch Probleme und vor allem aber keinen Zeitgewinn, wenn sich beide anschließend auch erholen müssen. Wer kann, wird Wachwechsel organisieren, klar!

Zwei Tage Stadtbummel in Aarhus, angesteuert, weil Kulturhauptstadt 2017, bringen uns

- neue Architektur im Hafenviertel nebst engen Altstadtgassen,

- das Museum für Moderne Kunst mit gläsernem Regenbogen-Umlauf auf dem Dach,

- viele schöne Lokale, handgemachtes Brot vom Bäcker, ungewohntes street food,

- Veranstaltungen auch open air überall in der Stadt,

- die Show-Akrobaten Flying Puppets, schwarzes Puppen-Federvieh aus der Urzeit, wohl an die 

sechs Meter hoch, auf zwei Beinen mit unsichtbaren Menschen darin, die so echt daher kommen, dass Kiera sich in einen Laden flüchtet, verfolgt von einem dieser Vögel, der auch noch den Kopf hinunter durch die Tür steckt, gruselig…

- und den herrlichen Duft von frischem Fisch aus dem Rauch, gleich hier hinter unserem Anleger, 

unwiderstehlich…ob wir etwas kaufen können? Nein, verboten, „aber geschenkt könnt ihr etwas haben, einfach so, weil ihr euch so begeistert den Duft einzieht“. Pfefferlachs, noch warm…

Derlei macht das Reisen schön, das Segeln im Besonderen! Sonne den ganzen Tag, 19 Grad. Der Hafen noch unfertig, die Duschen müssen improvisiert werden, die jungen Leute der Surfagency helfen mit ihrem „Brusebad“ aus. Shrimps aus dem Fischladen für unterwegs. Auf nach Greena! Bei 12 Grad, nachmittags auch Sonne und gegen Abend sogar blauer Himmel, angenehmes Segeln. Doch kein „Brusebad“ in Greena, noch ist nicht Saison, so, so. Immerhin gibt es Pizza - wie lange ist das denn her?!

Die Wind-Vorhersagen ändern unseren Kurs: nicht Skagen, sondern über Anholt nach Schweden. Dicke Wolken, doch wenn die Sonne hervor kommt, wird es sofort warm; gegen Abend blauer Himmel und Sonnenschein. Bei sehr wechselhaften Bedingungen vorbei am riesigen Windpark mit 111 Windrädern. Er liefert Strom für 400.000 dänische Haushalte. Der Durchmesser der Rotoren beträgt 120m, die Gesamthöhe bis zur Rohrspitze beträgt 141m. Anholt, berühmt-berüchtigt, ein kleines Eiland im Kattegat, ist unter Seglern ein beliebtes Ziel, im Sommer häufig überfüllt. Wir sind aber im Mai hier, so treffen wir nur wenige Menschen. In der Hafenkneipe „Molevitten“ gab man uns zu verstehen, dass alles sei geschlossen sei, privat, obwohl mehrere Leute auf der Terrasse saßen und etwas tranken…man hatte wohl keine Lust auf Ausschank; überhaupt waren viele muffelige Leute unterwegs, ein offenes Ohr konnten wir nicht so richtig finden. Immerhin fanden wir Duschen, wenn auch das Wasser nicht sehr heiß war. Anholt ist sehenswert wegen seiner in Nordeuropa einzigartigen wüstenartigen, buschigen Steppe hinter dem Hafen, der größten zusammenhängenden Flechtenheide Europas, daher Spaziergang am nächsten Tag, Rundumblick vom Nordbjerg, 4 km Laufen, Licht, Luft, Ruhe… Rüber nach Bua in Schweden, 21.00 Uhr fest. Gegenüber ein Atomkraftwerk, komisches Gefühl. Dennoch - der Hafen zieht Wohnmobile magisch an, Stromversorgung, Duschen, Bua liegt an viel genutzter Strecke. Das aufregendste war noch die ältere Dame: sie kam von weit her angetrottet mit einer Tüte in der Hand, ging an uns vorüber an das äußerste Hafenende, kippte dort die Fischreste auf die Ufersteine, machte kehrt und strackste zurück in’s Dorf. Welch ein Weg für ein paar Fischköpfe, doch für wen? 

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Womöglich der Platz, an dem sich die Vögel oder Otter ihr Abendessen holen. Gesehen haben wir jedoch keine. Überhaupt, schon seit Kiel: Wir vermissen die Möwen. Gibt es hier keine? Wo sind die Möwen und ihr typisches Geschrei? Alle Küsten erscheinen uns möwenleer…
 Im verwahrlosten Boot neben uns brütet eine Ente ihre zehn Eier aus. Sie hat sich ein pludriges Nest im Cockpit gebaut, auch mit Federn und Daunen aus einem zerschlissenen Kissen vom Boot. Dauerregen, Zeit für den Ölwechsel. Eine nervige Prozedur, da man die Hundekoje komplett leer räumen muss, um sich dann in die enge Röhre zu quetschen. Doch irgend etwas fehlt…richtig: der Hauptschlauch der Absaugpumpe, liegt wohl zu Hause. Gott sei Dank gibt es hier im Hafen eine Werkstatt. Für 100 Kronen, die wir ihm regelrecht aufdrängeln mussten, borgte uns der liebenswerte Meister seine Pumpe und nahm auch Altöl und Filter ab. Frischöl hatten wir dabei. Nebeneffekt: es wurde aufgeräumt, alles zurück an seinen alten Platz, wichtig auf 28-Fuß. Der Skipper nutzt die Gelegenheit, um der Crew zu erklären, dass in dem Über-Bord-Rettungslicht kein Kondens-Wasser sein darf, da ja sonst die Batterien irgendwann naß werden und die Kontakte nicht mehr funktionieren, ja, und er schraubt die Lampe auch gleich auf zur Demo, dummerweise über Wasser - platsch, das ganze Innenleben im Wasser, wird jetzt wohl doch korrodieren, da unten…

Wochen 4 und 5

Bua - Gottskär/Kungsbackafjord - Göteborg/Lille Bommen - Klädesholmen - Skärshamn - Smögen - Fjällbacka - Strömstad - Verdens Ende

Großes hatten wir vor, jedoch brechen wir unsere Tour nach vier Stunden ab, weil der Wind einfach zu stark ist und eher zu- als abnimmt. Er kommt außerdem aus der falschen Richtung, Nordwest, sodass wir kreuzen müssen und einfach nicht voran kommen. Wir wollten auch segeln und nicht ständig motoren. So fahren wir in den Kungsbackafjord ein und werden mit Schönheit belohnt. Rechts und links kleine Felsen mit märchenhaften Häusern, eine Landschaft wie im Bilderbuch, Wind und Welle halten sich in Grenzen, es wird warm und Gottskär auf der Halbinsel Onsala soll unser Hafen werden. Beim Anlegen gibt es mal wieder etwas Unmut, da die Stege so niedrig sind, dass ich nicht beim ersten mal hinabspringen mag. Beim zweiten Anlauf klappt es dann, allerdings ist der Sprung aus 1,20m vom Bugkorb herab unangenehm. Zum Glück habe ich nicht die dort angesetzte, mehrstufige Steighilfe genommen, denn diese war nicht befestigt und hätte somit umkippen können, wie wir erst später feststellten, also Obacht! Anlegen mit Seitenwind und Stress ist es nicht immer einfach, das macht mir die Hafeneinfahrten oftmals nicht so angenehm. Vielleicht werde ich mal selbst versuchen, zu steuern und der Skipper übernimmt die Leinen, aber mir bleibt immer das ungute Gefühl, womöglich Schrammen zu verursachen. Allerdings habe ich auch keine Lust, ins Wasser zu fallen oder daneben zu treten, mir den Fuß zu verknacksen, also, eine Patentlösung dafür gibt es erst einmal nicht. In Schweden haben wir bisher auch noch keine derart hilfsbereiten Leute getroffen, die mal an den Steg kommen und eine Leine übernehmen, die glotzen alle nur und bewegen sich nicht. Norwegische Segler bestätigten uns diesen Eindruck später. Irgendwie haben wir es dann geschafft. Die Seitenstege sind leider nicht benutzbar, weil es nur dünne, 15cm breite Stege (passenderweise heißen sie Fingerstege) auf blauen Schwimmpontons sind, sodass man sich mit dem Bootshaken beschwerlich heranziehen muss und unter der Reling hindurch quetschen, damit man an die Ösen kommt, um seine Heckleine zu befestigen. Also irgendwie blöd. Etwas breiter wären sie nützlicher, so jedenfalls kann man nicht draufsteigen, womöglich hilft ein Bojenhaken. Wir spazierten ein wenig durch den Ort, schauten uns die kleinen Gärten und auch großen und schönen Häuser an, die oberhalb des Fjords liegen und eine grandiose Aussicht auf’s Wasser haben. Gottskär war ab Ende des 19. Jahrhunderts ein beliebter Kurort. Die Menschen kamen mit dem Dampfschiff, um unter ärztlicher Anleitung Kuranwendungen zu erhalten. Es fand geselliges Leben statt. Davon merkt man auch jetzt, Ende Mai, noch nicht viel, nur ein paar Menschen sitzen am 

Eisladen in der Sonne, das war es auch schon. Das Restaurant ist geschlossen, den Bäcker heben wir uns für den Morgen auf. Auf unserem Rundgang durch den Hafen treffen wir ein Pärchen und werden zu einem Glas Wein auf ihre Terrasse eingeladen. Wir nehmen gerne an und freuen uns über zugängliche Schweden, die uns auch ihre Fahrräder für eventuellen Einkauf anbieten.

Wetter schön,  günstiger Wind aus Nordwest. Einkaufen doch lieber in Göteborg, der Tag ist schön, es ist Wind, wir wollen weiter. So fahren wir immer hoch am Wind Richtung Norden, kreuzen gelegentlich und werden mit einer wunderschönen Fahrt durch Göteborgs südlichen Schärengarten belohnt. Wir fahren vorbei an den Minischären Vindö, Ramnö, Brooke und Hällesö; weiter unten schlängelte wir uns zwischen der Halbinsel Onsala und Insel Malö hindurch, vorbei an Ockerö, zwischen Snäckan und Stensholmen hindurch, manövrieren uns durch enge Fahrwasser zwischen Kedholmen und Stubbholmen hindurch bis kurz vor Tjurholmen, um dann wieder abzufallen Richtung Südwest, weiter bis Fjordholmen und unter Motor bis Aveskären im Fahrwasser. Ab da können wir wieder nach Nord segeln, vorbei an Donsö, Knarrholmen, Köpstadsö, um in Höhe Asperö ins kleine rechte Fahrwasser abzuzweigen - alles mitbekommen? Das musste hier mal sein, soll nicht wieder vorkommen! Nach kurzer Zeit biegt man dann in den Älvsborgfjorden, der dann in den Göta Älv mündet. Bis kurz vor die erste Brücke vor der Stadt darf man segeln. Wir fahren den Hafen hinauf und haben rechts und links viel zu sehen und zu fotografieren. Hinter dem Opernhaus und kurz vor der „Viking“, einer Viermastbark von 1907, die heute Hotelschiff ist, biegen wir steuerbords in den Stadthafen „Lille Bommen“ ein. Wir finden einen guten Liegeplatz, und heute bitte ich einen jungen Mann um Hilfe. Er nimmt mir die Vorleine ab, und dieses Mal klappt alles viel besser. Der Hafen „Lille Bommen“ ist überschaubar, aber sehr teuer, was sich erst am Tag danach zeigen wird. Immerhin liegt er mitten in der Stadt. Ich hatte Appetit auf Steak und war schon im Internet auf der Suche nach ein paar guten Restaurants, allerdings war es schon spät, und da es am Hafen ein kleines Restaurant mit verlockendem Burger gab, bleiben wir gleich hier. Zwei Burger kosteten zusammen 30,- €, das preiswerteste Glas Wein immerhin 8,- € und ein 0,4 Glas Bier 7,- €. Wir besichtigten die Viking (als Segelschulschiff für die Dänische Handelsmarine gebaut), an Deck gibt es viele Sitzgelegenheiten, eine Bar, in der man seinen Sundowner genießen kann - sofern man nicht schon vorher sein ganzes Geld im Burger-Restaurant gelassen hat… Ein Sänger mit Gitarre gab ein paar Oldies zum Besten. Wir schauten uns die dicken Taue, Stahlseile, Wanten, Stage, Segel, Anker an und fragten uns, wie das wohl alles funktioniert hat und wie es wohl gewesen ist, vor über hundert Jahren auf diesem Schiff zu fahren. Es ist der größte je in Skandinavien gebaute Windjammer. Die Gesamtlänge des laufenden Gutes beträgt 35.000 m bei 3690 qm Segelfläche.

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Hafentag in Göteborg. Nach dem Duschen und Frühstücken gingen wir in das nahe Einkaufszentrum zur Touristeninformation, um zu erkunden, wie wir zu den Wasserfällen von Göteborg kommen. Ich hatte ein Foto in einer Infobroschüre gefunden und wir wollten unbedingt dort hin.  Mit der Straßenbahn Linie 4 ging es bis zur Endstation Mölndal. So hatten wir auch gleich ein wenig Stadtrundfahrt, vorbei am Riesenrad im Liseberg, einem großen Vergnügungspark. Noch ein paar Minuten Fußweg und wir hören das Wasser rauschen. Im (Wasser-)Mühlendorf „Mölndals Kvarnby“ schießt der 48m hohe und 800m lange Mölndalsfall zwischen alten Industriegebäuden hindurch. Seit Jahrhunderten wurde hier die Wasserkraft für allerlei Gewerbe wie Papier- und Textilfabriken genutzt, sehr imposant. Ein kleiner Spaziergang durch das Wohngebiet mit seinen kleinen Häuschen und lieblichen Vorgärten rundete den Besuch ab. Danach fuhren wir mit der Linie 6 nach Haga, dem ältesten Stadtteil Göteborgs. Vor über 350 Jahren wurden hier niedrige Holzhäuser gebaut. Später durch sogenannte „landshövdingehus“ ersetzt, Holzhäuser, auf Stein gebaut. Diese Bebauung ist typisch für Göteborg. Das älteste Haus ist von 1790. Haga wirkt gemütlich, es gibt dort die Straße Haga Nygata mit vielen kleinen süßen Geschäften - Schmuck, Bücher, Einrichtung, Mode, Schuhe - und Cafés sowie Restaurants. Wir aßen gut in einem orientalischen Restaurant, saßen auf der Straße und genossen Sonne und Essen. 

Wir konnten aus fünf kleinen Gerichten aussuchen, dazu Suppe, Brot und Getränke, Wasser, Kaffee oder Tee, soviel wir wollten für ca. 20,- €, für Schweden also sehr preiswert.  Ein Stadtspaziergang am Rosenlandskanal, durch den schönen Park, vorbei am alten Theater. Endlich ein Eis-Stand mit dem sahnigen Softeis. Der besondere Tipp: Im Erdgeschoss des Einkaufszentrums am Hafen gibt es denFischladen „Feskar Brödarna“ mit allen Arten von frischem Fisch und Zubehör: Geräuchertes, Eingelegtes, Fischbrötchen, auch Brot, Käse, Eier, Gemüse  - halt alles für ein schmackhaftes Abendessen an Bord. Diesen Tipp haben wir von Walther Plette und seiner Website schwedentipps.se, sehr informativ! Göteborg bietet noch viel Sehenswertes und ist ein schöner Ausgleich zum Segeln.  Wir verlegten in den Hafen Langedrag, um am Sonntag gleich in Richtung Norden abdüsen können, denn es ist Südwind angesagt. Wir braten unseren Lachs in der Pfanne, kochen Reis, dazu Garnelensalat und einen kühlen Weißwein. Den grandiosen Sonnenuntergang können wir dann noch gegen 22.00 Uhr direkt aus dem Cockpit erleben, das lange Nachglühen bis 23.00 Uhr - so haben wir uns das gedacht… Am nächsten Morgen: wir öffnen die Augen und hören es in den Wanten nur so pfeifen. Ab und zu kommt eine kräftige Bö und es wird noch lauter, was allein nicht schlimm wäre bei Wind 4-5 bft, in Böen 6-7. Aus Süd wäre das noch okay unter der Fock - ein paar Seemeilen bis in den nächsten Hafen? Leider zieht sich der Himmel binnen Minuten zu und es beginnt  auch noch zu regnen, heute eher kein Segelwetter. Also frühstücken wir erst einmal und lesen die Karte, schreiben Berichte und warten darauf, dass es aufklart. Seit zwei Stunden Regen, unaufhörlich… Der Code für die Duschen passt leider nicht zum Waschhaus, so dass auch dies ausfällt.  Am Nachmittag entscheiden wir, wenigstens in einen der nächsten erreichbaren Häfen zu fahren; um 14.30 Uhr also Weiterfahrt nach Klädesholmen.  Klädesholmen, Klädesholmen…alle Welt hier erwähnt, ja empfiehlt Klädesholmen, und in der Tat - der Aufenthalt war denkwürdig im Vergleich zur städtischen Zivilisation von Göteborg. Spät unterwegs durchqueren wir Marstrand, lassen es liegen (machen aber auf der Rückreise fest), nur um in einen eher engen und offensichtlichen leblosen Naturhafen einzulaufen, der für seinen Hering berühmt ist. Nun, wir legen an, Niemand zu sehen, auch kein weiterer Gast. Es ist nasskalt. Wir sind allein in Klädesholmen, was soll das hier…? Später Bewegung am kleinen Kran, ein Angelkahn wird zu Wasser gelassen, so sechs, acht Mann drum herum. Ich halte mich zurück, will die Arbeit nicht stören, niemand nimmt Notiz. Dann doch ein Blickkontakt, ich frage nach dem Hafenmeister. „Der da, am Kran“, so verstehe ich wenigstens. Der am Kran brummelt etwas. Ich warte, bis das Boot im Wasser ist, vertrete mir die Beine, nur wenige Schritte weiter, drehe mich um - alle fort! Niemand mehr da! Da geht der eine, dort der andere. Dass ich etwas wollte, als Fremder auch erkennbar bin - wen kümmert’s. Ich gebe nicht auf und gehe zum nahen Schuppen, aus dem Stimmen dringen, stecke den Kopf herein. Kühle Blicke, kein Wort. Ich frage nach dem Hafenmeister, nach den Duschen, der Liegegebühr, einer Einkaufsmöglichkeit, na, was man halt so wissen will als Ankömmling. Satt einer als solchen erkennbaren Antwort steht einer auf und schickt sich zu gehen an. Er nickt mich mit einer Geste heran, lächelt sogar. Im Gehen raunt er: “No season yet. No guest, no shower, no Hamn Kaptan, nothing…it’s a deserted village!“ Und wenn wir einkaufen wollen, müssen wir den langen Weg über die Straßenbrücke nehmen und runter von der Insel - na toll, das also ist Klädesholmen, das sind die Bewohner, echt reizend…

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Nun, wir beraten uns. Das kann doch nicht alles gewesen sein?! Wir ziehen uns an wie für eine Expedition und erkunden den kleinen Hafen, den Ort, die Kirche. Hübsch niedlich, in jedem Fenster die unvermeidliche Lampe, ohne eine solche der Bewohner wohl vor Gericht gezerrt würde. Tatsächlich kein Mensch, auch nicht hinter den Fenstern, kein Auto. Weiter unverzagt, es gibt Hinweisschilder, Werbung, da vorn soll es ein Hotel geben. Und kurz vor Verlassen des Inseldorfes liegen tatsächlich einige Holzgebäude am Ufer, und das Hotel „Salt and Sill“ scheint sogar belebt. Wir treten ein, fröstelnd und eher mutlos werden wir unerwartet freundlich und lächelnd empfangen. Ein Ambiente, dass man wohl nicht treffender beschreiben kann als skandinavisch-

entzückend, IKEA und Bullerbü zusammen, aber in todschick und geschmackvoll, besetzte Tische, gedämpfte Stimmen, dezentes Gläserklirren, umher huschendes Personal…wir treten ein wie in eine Kulisse, in eine belebte Welt hinter dem trostlosen Niedlich-Nest. Und es gibt zu Essen und zu Trinken! Dem Skipper treten fast die Tränen in die Augen vor Glück - Durchhalten wird wieder einmal belohnt, die Hoffnung nie aufgeben, das Leben ist voller Überraschungen… Wir sehen aus wie vom Meer angespült. Alle anderen eher feine Schale, erlesenes Geschirr, Meeresfrüchte, Champagner. Eine Familienfeier, und von uns nimmt nur das unentwegt freundliche Personal Notiz. Man rät uns zu Fünferlei Hering mit Brot, Quark, Butter, Käse…dazu ein Glas weißer Wein - wirklich, es war perfekt! Mehr als ein Imbiss; eine Variation vom Hering, die ihres gleichen sucht, appetitlich, und selbst wenn man die unerwarteten Glücksgefühle einmal ausnimmt, allein schon einen Besuch wert. Wir fühlen uns satt, warm und voll entschädigt, sehen dem nasskalten Hafen ganz anders entgegen, als noch zuvor. Ach ja, und der Preis hier? Keine zwanzig Euro! Das passierte dann aber auch nie wieder…

Nach Skärhamn Der nächste Tag ist diesig, grau, kühl. Es erscheint der Hafenmeister, der uns Skärshamn empfiehlt, nur wenig entfernt, auch dort wird er der Hafenmeister sein. So motorten wir nachSkärhamn, erwartet und begrüßt von Bengt Olaffson, dem allgegenwärtigen Hafenmeister - eine Perle! Supernett und hilfsbereit, sehr auskunftsfreudig und immer eine Hand frei für eine Leine oder einen Zeigefinger auf der Landkarte, um schöne Segelrouten zu erklären. Wir sind allen seinen Empfehlungen gefolgt, und das war gut so! Gäbe es nur mehr von seinem Schlag! Einkauf für 1000 Kronen im großen, gut sortierten Supermarkt ICA, sprich „IKKA“ und nicht „Eissa“, wie eine ans denglish gewöhnte deutsche Seglerin meinte. Die sanitären Anlagen sauber, neu, vorbildlich, Waschmaschine und Trockner inbegriffen. Oberhalb des Hafens ein Schiffsausrüster. Das alles lädt zu einem Hafentag ein! Hafentag in Skärhamn Augen auf: Regen. Augen wieder zu! Weiterschlafen bis gegen halb zehn. Immer noch Regen. Na ja, Kaffee, Frühstück, der Tag wird besser. Es regnet nicht mehr, dafür ist viel Wind und es ist kalt. Kein angenehmer Segeltag. Wir erkunden die Umgebung, laufen u.a. zur hübschen Kirche, die leider geschlossen war. Jedes Jahr in der Woche vor Mittsommer verwandelt sich der Kirchturm mit seinen zwei Fenstern in ein lächelndes Gesicht. Im Jahr 1996 kam der Pfarrer der Gemeinde, Bengt Rosenqvist, auf die Idee und sagte damals: „Wenn ihr morgens in Skärhamn zu einer Segeltour startet, dann dreht euch noch einmal um und lasst euch daran erinnern, dass Gott euch zulächelt und bei euch ist.“ Zweiter Hafentag in Skärhamn Ein Monat ist vergangen. Zu viel Wind und zu kalt, wir bleiben noch. Die Gurtrolle für den Heckanker wird montiert. Aufräumen, Dösen, Abwarten.

Nach Smögen, einem weiteren Muss-man-gesehen-haben. Wind und Wetter wieder einmal mehr anders als vorhergesagt. Wir motoren bis Lysekil, suchen einen Bootsshop auf, essen ein riesiges, tropfendes Eis, widerstehen jedoch dem Mittagsschlaf und fahren weiter. Nun konnten wir aber Segel setzen und knapp zwei Stunden die herrliche Ruhe genießen. Vorbei wie immer an kleinen hübschen Orten. Gullholmen ist das älteste Fischerdorf Schwedens und war bis 1900 auch der Größte Fischereihafen. Überhaupt führt jeder Ort, jeder Hafen irgendeinen Rekord an, das scheint eine Art Volkssport in Schweden zu sein. Wir umrundeten die Insel Malmön, bekannt für ihren speziellen, rosafarbenen Bohus-Granit. Überall auf der Insel findet man noch Überbleibsel der alten Steinhauerei. Dort gibt es auch die älteste Schmiede Schwedens, natürlich…  Wir hielten Kurs auf Smögen. Dieser Hafen ist sehr bekannt und beliebt, in der Sommersaison stapeln sich hier die Schiffe im Päckchen. Heute war der Hafen leer und friedlich. Drei Segelboote 

haben längs am Steg festgemacht, welch ein Luxus. Wie immer nach dem „Anleger“ (bei uns meist ein Martini) ein Spaziergang durch den Ort. Wir stiegen auf Felsen hoch über dem Hafen und hatten von dort einen schönen Überblick. Der Ort selbst gefiel uns nicht   so sehr, wir haben aber die Bäckerei gefunden, in der wir uns morgen frische Brötchen holen werden. Die Restaurants, immerhin hatten schon drei von ihnen geöffnet, welch Wunder, aber die Saison geht langsam los, es ist ja schon der 1.6., waren uns alle zu teuer, kein Wein unter 10,- €, daher Selbstversorgung. Damit kein falscher Eindruck entsteht: wir geizen nicht, schon gar nicht im Urlaub und auf Reisen, doch schauen uns die Geldbündel auch nicht aus den Taschen. Wer täglich 20-30 € Liegegebühr zahlt, hier und da ein Eis, einen Drink, und abends Essen gehen…dann sind das täglich 100,- €, im Monat also 3000,-€, und wir wollen 3-4 Monate unterwegs sein…

Nach Fjällbacka Pieselwetter, komplett grauer Himmel, Wind aus Ost, 3-5 Bft. Einkauf im großen Bootszubehörshop SeaSea. Danach Fahrt in den Werkshafen und Informationsbesuch beim Segelmacher Rössi, der für die namhaften Bootswerfen Sprayhoods und Kuchenbuden anfertigt. Ein paar Mitbringsel aus dem 1000-Things-Outlet, ein Curry-Gericht beim Thai im Hafen. Danach befestigte der Skipper den Hackanker neben der Gurtrolle. Dummerweise haben unsere Heckkorbrohre unterschiedliche Durchmesser, oben 25mm, unten 20mm, so dass wir das untere Rohr mit Werfthilfe und einem Stück Schlauch auffüttern mussten. Alles montiert gegen 14.00 Uhr. Auf Empfehlung des Hafenmeisters Bengt aus Skärshamn fuhren wir durch den malerischen Sotekanal. Vorbei an mehreren Schären wie z.B. einer namens Gulekulle kamen wir  zu einem der beliebtesten Naturhäfen und Ankerplätze an der ganzen Küste: eine kreisrunden Bucht im Naturschutzgebiet Ulön-Dannemark, in der Seekarte mit dem Ankersymbol versehen. Es gibt Felshaken und Bojen, letztere jedoch nur für Clubmitglieder. Naja, wir sind auch Mitglieder eines Clubs und so machten wir dort fest. Wir lagen nur zu zweit in dieser schönen Bucht. Leider hatten wir kein Beiboot dabei, so dass wir nicht auf die Schäre kamen, um dort auf die Anhöhe zu klettern und den schönen Ausblick zu genießen. Es gibt auch einen Badestrand. Weiter durch den Hamburgsund - eine malerische Fahrt, Wiesen, Bäume, Schafe, Kühe, kleine Dörfer und Häuser, eine Drehbrücke.

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Fjällbacka 
Im Ernst - wir wussten weder etwas über Fjällbacka noch die vielen anderen Orte an dieser Küste. Die Vorbereitungen galten dem Boot, dann hieß es „Nord, so weit wie möglich, und zwar auf der Westseite.“ Angekommen in Fjällbacka finden wir nachmittags viel Platz im Hafen. Wohl jeder hat sie schon auf Fotos oder im Film gesehen, die Kungsklyftan, jene schmale Schlucht oberhalb der Stadt, in der drei große Felssteine eingeklemmt schweben, so dass man unter ihnen hindurch laufen kann. Der Film „Ronja Räubertochter“ zeigt sie als die „Höllenschlucht“. Einmal also durch die Schlucht und zurück; schön, dass wir sie allein genießen können. Ein Bummel zur Kirche, ein Plausch mit Gästen aus Oslo im Hamburger-Restaurant, und dann war der Tag auch um. Nächsten Tags steigt der Skipper über die Holztreppen auf den 76m hohen Vetterberg zur großartigen Aussicht über den Hafen und die Schären. Keinerlei Sicherungen an der Schluchtkante, nirgendwo Sicherungen, überall Abrutschgefahr - in Deutschland undenkbar, hier ist man entspannter. Eine Grünanlage am Hafen zeigt eine Büste und große Fotos aus dem Leben der Schauspielerin Ingrid Bergmann, darunter auch ihr Ferienhaus auf der Schäre Dannholmen hier vor der Küste. Das Haus steht heute noch so da wie früher; hier machte sie also Urlaub.  Auf Einladung des schwedischen Theaterregisseurs Lars Schmidt kam sie 1958 dort hin und blieb, verliebte sich in ihn und in das kleine Häuschen direkt an der Südspitze.   Sie trat dem dortigen Segelclub bei und 

organisierte und unterstützte finanziell die jährlichen Regatten. Heute sieht es so aus, als ob das Haus noch privat bewohnt wird. Wo ist eigentlich ihre Grabstätte? Es gibt keine - ihre Asche wurde neben dem Haus ins Meer gestreut, wir fahren gerade hindurch…

Nach Strömstad Mit wechselnden Winden und teils nerviger Welle erreichen wir gegen 19.30 Uhr endlich Strömstad. Proppenvoll ist es hier, Boot an Boot, und die Beflaggung lässt vermuten, dass wir schon in Norwegen sind. Später wird uns klar gemacht, dass Strömstad als nördlichster schwedischer Hafen vor der Grenze regelmäßig von Norwegern angelaufen wird, die die Stadt förmlich Plündern: Alkohol, Tabak, täglicher Bedarf, eben alles, was hier preiswerter ist, als daheim. Wir machen am buchstäblich letzten Liegeplatz längs fest. Neben uns liegt eine Island Packet 41, welch schönes, geräumiges Schiff. Mit den Eignern kommen wir ins Gespräch über das gerade erworbene Schiff, die Städte, die Küsten, die Fjorde. In den Zollbestimmungen von Norwegen lasen wir, dass die Einfuhr von Kartoffeln strengstens verboten sei, was ist also zu tun? Großes Staunen - unsere norwegischen Nachbarn hatten noch nie in ihrem Leben davon gehört und fuhren ihre Kartoffeln seit jeher hin und her! Wohl ein Relikt aus frühen Tagen, so dass wir später als Kartoffelschmuggler in Norwegen einlaufen.

Verdens Ende in Norwegen Grauer Himmel, Wind um 5 bft, Wellen bis 1,5m, 7 Knoten Fahrt. Es gibt wohl Sehenswertes in Strömstad, wie ein Gang zum Bäcker zeigte, doch wir wollen den Wind nutzen und legen am nächsten Morgen ab. Eigentlich wollten wir in den Oslofjord, entschieden uns aber kurzerhand zu einem Westkurs, um den Oslofjord auf der Rückreise anzufahren. So landeten wir nach über fünf Stunden zügigen Segelns in Verdens Ende, dem „Ende der Welt“ an der Südküste der Insel Tjøme. Ein hübscher, einsam gelegener Hafen mit schmaler Einfahrt und viel Fels drum herum, auf dem Tagesgäste umherspringen. Oberhalb des Hafenbeckens ein schickes Restaurant, daneben der Nachbau eines Wippfeuers, das als beliebtes Fotomotiv für allerlei posierende Gäste herhalten muss. Wir gehen wohl zwei Stunden spazieren, gönnen uns zur Ankunft einen Barolo und genießen die Duschen, hochmodern und eingelassen in den Fels wie in einem Bunker, könnte glatt in einem James-Bond-Film erscheinen… Hafentag in Verdens Ende Sturm die ganze Nacht und fast den kompletten Tag. Spaziergänge, wenig Aufregendes. Später finden wir uns allein, denn nahezu alle Boote haben den Hafen verlassen. Bei dem Wind, dem Wellengang? Respekt! Wie wir feststellen werden, kennen die Einheimischen natürlich ihre Schleichwege durch die Schären, und der Montag steht bevor, sie müssen also fort. Für uns kam die Überraschung dann am nächsten Tag…

Westwärts, zu den Fjorden…oder doch nicht? Als das letzte Boot im Hafen entscheiden wir uns noch am Nachmittag, Richtung Westen gegen die alte Welle auszulaufen. Noch unter Motor ein heftiger Tanz auf 28 Fuß, die Co-Skipperin schaut skeptisch: so soll das stundenlang weitergehen? Der Skipper lächelt, wissend, dass es nur ein kurzer Trip werden wird, denn wir kommen nicht recht voran. Dann passiert es: Der Motor stirbt ab, ist kaum noch zu hören. Er stirbt nicht ganz, grummelt bei niedrigster Drehzahl mal mehr, mal weniger, erholt sich, stirbt ab und so fort. Bloß nicht den Gashebel anrühren und sofort umkehren! Anlegen. Ursachenforschung. Man merkt dem Motor an, dass er gerne möchte, doch nicht kann. Natürlich: die starken Wellenbewegungen haben den Bio-Schlamm im nur 40 Liter kleinen Tank aufgewirbelt, die Leitungen oder auch Filter verstopft. Filterwechsel und dicke, schwarze Pfropfen aus der Zuleitung entfernen, gottlob alles mit Bordmitteln, hier, am 

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Ende der Welt…. Auch die Buglampe hatte es aus der Befestigung gerissen, sie hing nur noch am Kabel. Dann, nach etwa vier Stunden Arbeit, erneute Abfahrt, doch nicht mehr gen Westen, nicht mit diesem Tank! Wohl oder übel entscheiden wir uns, kein Wagnis einzugehen und nicht um die zumeist von Wind und Wellen zerzauste Südspitze Norwegens herum zu fahren. Es bliebe immer das ungute Gefühl, sich auf den Motor nicht verlassen zu können, ein alter VP MD 7 B mit wohl 2000 Betriebs-Stunden, überholt und sonst unauffällig, doch der Tank wahrscheinlich nie gereinigt. Außerdem zeigt uns ein Blick in die Karte, dass wir, wenn wir weiter so bummeln, noch viele Wochen brauchen würden, wenn wir von Hafen zu Hafen und nur bei gutem Wetter fahren würden, um nach Stavanger oder Bergen zu kommen. Gern ein nächstes Mal mit mehr Vorbereitungen und dann konzentrierter und konsequenter das Ziel ansteuern. Einen guten Eindruck haben wir auch bis hierher bekommen, also: Abdrehen Richtung Oslo, das soll dann der nördlichste Punkt sein.

Nach Tønsberg Tønsberg bietet viel Platz vor den Kneipen am Kai, gegenüber die üblichen, schicken Neubauten im Rahmen des Strukturwandels in den Häfen. Doch eine Dusche gibt es nur im Behinderten-WC, dem einzig offenen für jedermann, denn immer noch herrscht keine Saison! Gezahlt wird am Automaten, na ja…wir sind früh dran im Jahr, gehen spazieren, endlich wieder einmal Pizza, keine Höhepunkte sonst. Hafentag in Tønsberg, dann Fagerstrand. Wir sortieren uns, ruhen aus. Es regnet. Kaum Berichtenswertes.

Wochen 6 - 8

Oslo - Oscarsborg - Engelsviken - Koster-Nord- Grebbestad - Hunnebostrand - Käringön - Marstrand - Göteborg Lille Bommen

Wir motoren durch graues Wetter Richtung Oslo, nehmen die Kurslinie der Vorausfahrenden. In Oslo, so hatte man gewarnt, gäbe es wohl kaum Platz. Die jährliche Regatta mit 600 Booten würde auf uns zu kommen, alle Liegelätze dürften belegt sein. Nun, derlei hat uns nie geschreckt, und tatsächlich: es herrscht mehr oder weniger Flaute, doch voraus hunderte Boote, vor sich hin dümpelnd, die Häfen scheinen überfüllt. Wir wagen uns in den Stadthafen, Zentrum der Regatta, und machen direkt unterhalb der Kaianlagen in der Innenstadt fest, mitten im Trubel, unterhalb des Ankers der „Blücher“ (später mehr dazu), hier passten wir gerade her, welch ein Empfang!

Drei Hafentage in Oslo Aker Brygge Wir müssen uns kurz fassen: wir verfolgen den Regatta-Start vom Boot aus, fahren parallel, ein unglaubliches Gedränge, große und kleine Boote, mit und ohne bunte Vorsegel, unterschiedlich schnell die von achtern Kommenden, die schon Wind bekommen, Geschrei, Rufe, Berührungen, dann noch die große Fähre, die sich laut Signal gebend einen Weg durch das Feld bahnt, alle weichen aus, irgendwie…sehr langsam verschwindet das Feld, Ziel ist wohl Tønsberg, dort hatte man zusätzliche Schwimmstege gelegt. Wir verlegen an einen ordentlichen, nun freien Platz. Stadtspaziergänge, Essen im empfohlenen thailändischen „Blue Siam“ in Rathausnähe, singende Chöre auf den Rathaustreppen, grandiose, neue Architektur, alles schön und gut, nur das Wetter nicht. Besuch am Holmenkollen, hinauf auf die gewaltige Sprungschanze. Wir laufen über vor Eindrücken und verlegen später noch in den „Königlichen Segelverein“, mit frischem Hemd und sehr erwartungsvoll. Die königliche Yacht liegt vor der Einfahrt, wir machen fest, melden uns an. Unser Eindruck: leider nur mäßiger Standard, das königliche an diesem Club erschließt sich uns nicht, im Gegenteil, der Name wirkt eher überhöht und unpassend, am liebsten würden wir dem Königshaus darüber schreiben…

Kon-Tiki- und Fram-Museum heben wir uns für ein nächstes Mal auf, zu viele Eindrücke auf einmal, wir würden ihnen wohl nicht gerecht werden.

Wir taten es anderen gleich und segelten stramm gegen den südlichen Wind. Es folgte typisch norwegisches Wetter: voraus die Sonne, querab schwarze Wolken, fernes Donnergrollen und plötzlich richten sich die erst vorbeiziehenden dunklen Wolken doch auf uns! Wir bergen die Segel, legen Regenkleidung an, kaum geschehen, geht der Platzregen los und es blitzt und donnert - der Wind hat sich um 180 Grad gedreht, wieder Segel setzen und Minuten später wieder bergen, denn jetzt herrscht absolute Windstille…also mehrere Wettererscheinungen innerhalb von 30 Minuten! Später nimmt der Wind von Norden her zu. Bevor wir an der Festung Oscarsborg auf einer kleinen Doppelinsel mitten im Fjord anlegen, fahren wir nun mit sehr viel Bewusstsein über das Wrack der 1940 hier versenkten „Blücher“, eines der großen Schlachtschiffe der Nazizeit. Wir jedenfalls gedenken der nicht geborgenen über 800 Seeleute in 90 m Tiefe unter unserem Schiff, indem wir auch ihnen einen Schnaps übergeben. Krieg und Schuld hin oder her, es ist schade um jedes Menschenleben. Von der Geschichte der „Blücher“ haben wir erst auf der Gedenktafel an einem der geborgenen Anker am Kai in Oslo erfahren, dann im Internet recherchiert. Wir machen im Oscarsborg Hafen fest, der Festungsinsel, von der aus die „Blücher“ beschossen wurde. Dabei lernen wir Stein und Eva aus Oslo und deren Freundin Christine aus Berlinkennen. Sie sind auf einer prächtigen Cenit 37 unterwegs, und wir werden uns später alle in Berlin wiedersehen, haben weiterhin Kontakt. Auch das schätzen wir am Segeln sehr! Wir erkunden die Festung, vorbei an den frei laufenden Ziegen, erfahren auch vom Versteck für den Schlüssel zu den Duschen. Ein Rad fahrender Angler reißt der Co-Skipperin einen Angelhaken in den Arm, zum Glück nur oberflächlich; was es alles gibt…

Son und Engelsviken Wir legen noch gemeinsam ab und besuchen Son, einen Bullerbü-Hafen auf südlichem Weg. In Engelsviken übernachten wir, kaufen Fisch am nächsten Tag. Mit der fertigen Fischsuppe für unterwegs sollte man sich unbedingt versorgen, ein Genuss! Wir segeln den Fjord hinunter, Sonne und angenehmer Wind. Wenn’s doch öfter so wäre…

Koster Nord, Grebbestad Sonne mit Wolken, warm, schöner Wind aus Südwest, 4 -6 Bft Kurzer Besuch in Ramsö Hafen, niedlich, klein, familiär, wenig Platz, aber mit Charme, weiter mit viel Wind und Kreuzen nach Grebbestad, unterwegs liegen Robben auf den Felsen in der Sonne., zu dicht dürfen wir nicht heran. Beim Einkauf in Grebbestad ein kurzer Plausch mit einer hier lebenden Deutschen, Tipps u.a. zu Brot und Bäcker.

Nach Hunnebostrand Sonne mit Wolken, warm, schöner Wind aus Nord, 4-5 Bft Wir sind ausnahmsweise zeitig unterwegs. Auf der ehemaligen Cholerainsel an der Hafenausfahrt in Grebbestad finden wir keinen Anleger. Bei nachlassendem Wind fahren wir durch zwei Welten, die eine Seite sonnig, die andere tiefschwarz und daher eingeschränktes bis gar kein Segeln im engen Hamburgsund, dem reizvollen, geschützten Wasserweg vor der Küste.  In Hunnebostrand treffen wir ein deutsches Paar, unterwegs zum Nordkap mit dem Wohnmobil. Ein spektakulärer Sonnenuntergang, bald ist Midsommer.

Nach Käringön Sonne satt, warm, später auf dem Wasser kälter, schöner Segelwind aus Nord bis West, 4-5 Bft., aber unschöne, hohe Welle. Wir legen gegen Mittag ab, motoren erneut durch den hübschen Sotekanal.  Den kannten wir schon von der Hinfahrt. Danach wollten wir nur unter Vorsegel ein wenig Strecke machen; tatsächlich waren die hohen Wellen schwer zu ertragen, da kaum ein guter Kurs zu fahren war. Zumeist kamen sie quer, hoch und kräftig. Belohnt wurden wir schließlich mit der Ankunft an der kleinen Puppenstuben-Insel Käringön, Skippers erklärter Lieblings-Insel in den West-Schären, völlig autofrei. Ein Spaziergang über die Insel führt vorbei an Peterson‘s Krug und am Grab von Simson, dem skurrilen Inselpastor vergangener Tage. 

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Nach Marstrand 
Sonne satt! Wieder warm, super Wind aus N/NW, 5-6 Bft., hohe, aber irgendwie angenehme Welle. Nachts und am nächsten Tag heulte der Wind erbarmungslos, doch wider Erwarten leerte sich der Hafen auch bei 6-7 Bft., denn die Schweden mussten heim und am nächsten Tag arbeiten, harte Segelbedingungen gelten da nicht als Entschuldigung. So haben wir denn Ablegemanöver der anderen Segelboote im Hafen durch unser immer wieder unterbrochenes Frühstück unterstützt. Hervorzuheben ist die besonders schwierige Navigation durch engste und flache Passagen der von uns gewählten Route im Schutz der Schären. Kiera bekam die Augen kaum von der Karte, Andreas orientierte sich von Fels zu Fels und Tonnen zu Bake und allerlei sonstigen Zeichen. Stunden später hatten uns Wind, Wellen, Schären und Karten einiges abverlangt, auch wenn Zeit und Strecke dies nicht vermuten lassen. So hieß es irgendwann: ich will für heute keine Schären mehr sehen! Schön war es trotzdem. In Marstrand war viel Platz an den Stegen und dennoch drückte uns der seitliche Wind unerwartet kräftig mittschiffs an eine Ecke, gottlob ohne große Spuren zu hinterlassen, da uns zwei Segler mit eiligen Schritten zu Hilfe eilten. Wir kochen und genießen kühlen Wein.

Hafentag in Marstrand Das Wasser trennt die Stadt in zwei Hälften. Ein sonniger Ruhetag, Besuch der Festung, Übersetzen mit der Fähre, zur alten Silberpappel, zu einem Bootsausrüster, später Fish & Chips, überhaupt: warum gibt es in Skandinavien kaum einen Imbiss in den Häfen, keine Fischbrötchen, keine Kleinigkeiten? Ein sehr rares Angebot… Wieder in Göteborg Lille Bommen Sonne, dazu pfeifender Wind aus West, 5-6 Bft., fast keine Welle zwischen den Schären, im teilweise offenen Wasser dann aber erheblich, allerdings von schräg achtern, kurz: Ein besonderer Segeltag dank des kräftig schiebenden Windes, der selbst bei gereffter Genua noch über 7 Knoten auf die Logge bringt, bei uns eher selten. Eine Freude, so hindurch zu rauschen, und zwar gleich durch bis zur Hängebrücke vor Göteborg. Ab dort ist das Segeln leider untersagt, sonst wären wir komplett bis zur Oper durchgesegelt! Hier fiel auch die Entscheidung für den Trollhättan- bzw. den Göta-Kanal. Wenn wir schon mal hier sind, wieder einmal hier sind…fahren wir doch nach Stockholm! Auch des Wetters wegen…

Hafentag in Göteborg-Lille Bommen Waschtag, also Eintrag in das Waschbuch, Frühstück um 11.00 Uhr, Fußmarsch zum Samsung- Service, dann doch ein neues Tablet, gleich noch ein paar Bluetooth-Kopfhörer und einen portablen, wasserdichten Lautsprecher dazu; seither gibt’s viel Musik an Bord. Und an die Daheimgebliebenen denken - vier Flaschen schwedischen (!) Whisky zum Verschenken, Kirsch-Whisky und Martini als Anleger sowie drei weiße und zwei Roséweine - ein wenig Spaß muss sein… In den Markthallen von 1889 am Kungstorget, den Saluhallen, den größten in Göteborg, haben wir dem Angebot an kleinen Köstlichkeiten nicht widerstehen können. Auf dem Rückweg haben wir in der Stadt zufällig den wunderbarsten, schönsten, blühendsten Stadtgarten entdeckt, den es je zu sehen gab, den Trädgardsföreningen. Neben gepflegtem Grün und sauberen Wegen gibt es ein großes Palmenhaus, einen Rosengarten, überall blühende Stauden und Blumen, dass einem das Herz übergeht. Bei strahlender Sonne sind ausnahmslos alle Menschen tiefenentspannt und die Verliebten selbstvergessen. Dieser Garten   mit seinen 

Wasserspielen nimmt es an Schönheit und Ausgewogenheit locker mit der Alhambra in Granada und anderen Gärten dieser Welt auf, wir sind glücklich, hier gewesen zu sein! Zurück im Hafen erwiese sich der Trockner als ausgebucht, sodass unsere Wäsche an der Reling trocknen musste; kaum, dass noch etwas vom Schiff zu sehen war. Eigentlich gingen uns nur die Wäscheklammern aus, sonst hätte auch die übrige Takelage dran glauben müssen. Dafür gab es dann auch sonnen- und windgetrocknete Wäsche. 

Wochen 8 - 10

Trollhättan- und Göta-Kanal Lilla Edet im Göta Älv - Vänersborg - Läckö - Sjötorp - Schleuse Riksberg - Forsvik - Karlsborg - Motala - Borensberg - Norsholm - Söderköping - Mem - Stegeborg

Magazine, Internet, Bücher…sie quellen über vor Beschreibungen des doch zumeist Gleichen. Tagesberichte von Monaten zusammen zu fassen ist sehr mühsam, ich beschränke mich daher auf unsere besondere Sicht.

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Besser, man zahlt die Gebühren online im Voraus. Mast legen unnötig, doch Wartezeiten vor Brücken bis zu drei Stunden, im Schnitt 30-60 Minuten. Sämtliche Schleusen wenig problematisch, man kann den Studenten an den Schleusen vertrauen. Wir haben unseren Bugkorb mit einem kleinen Fender vor Mauer- und Felsberührungen geschützt und diesen erst ausgangs in Mem demontiert. Andere Boote haben die Wände gelegentlich markiert… Der recht breite Fluss Göta Älv strömt uns mit 1,5 Knoten entgegen, die gesamte Tagesstrecke erweist sich als äußerst trist. Einzige Höhepunkte: Wechselnde Lautstärken der beiden Autobahnen, links rechts und der ständige Eisenbahnverkehr. Uns ist sooo langweilig, dass wir schon beginnen, die Waggons der Züge zu zählen…bis zu 50… In Lilla Edet ist es um 23.00 Uhr noch hell, hinter der Schleuse versammeln sich Hunderte Vögel um uns herum, besetzen sämtliche Stangen und Geländer, nicht anders als bei Hitchcock… Midsommer fällt komplett ins Wasser, Dauerregen, Schmuddelwetter, den Leuten am Ufer sieht man die Enttäuschung an, uns wohl auch. In Trollhättan die große Vierfachschleuse mit nacktem Fels und insgesamt 36 Metern Hub, so dass man tatsächlich zuerst auf die Salingnock nahe der Schleusenwand achten muss. Der Weg hierher war wieder relativ unspektakulär, einmal mehr hübsche Häuser, weniger Industrie, ein paar Schafe am Flussufer und auch ein gelangweilter Typ auf einem Anglersteg, der uns seinen nackten Hintern zeigte…hä? Nichts wie weg hier…! Ein Liegeplatz gleich hinter der Schleuse. Ein Paar aus Österreich übersendet uns später ein paar Fotos von unserer Schleusung, hoch über uns hatten sie die Schleusen besucht, vielen Dank für die Fotos! Der Frachter Sanremo nimmt die komplette Schleuse ein, überholt uns im weiteren Kanalverlauf, saugt uns dann schneller fahrend an seine Bordwand, dass wir das Boot kaum halten können, zieht endlich vorbei. Alles gut gegangen, doch Obacht vor den Schiffen im Trollhättan, wie schon im NOK! Weite Fußwege, auch die Stadt Trollhättan muss daher auf einen späteren Besuch warten. Kein Kraftwerk-Wasserfall-Besuch, kein Saab-Museum. Weiter nach Vänersborg, verschlafen, eher langweilig, und eingeweht zusammen mit 20 anderen Booten für zwei Tage, denn weiter geht es auf dem Vänern, gut segelbar. Schloss Läckö, sehenswert, Kräutergarten, idyllisch, unvermeidlich ein paar Mitbringsel. Die Schlossbäckerei können wir zwar nicht besichtigen, man schenkt uns aber ein Brot!

In Sjötorp beginnt der Göta-Kanal, ein Auftakt mit grandiosem Sonnenuntergang.

Das Wetter bessert sich deutlich, viel Sonne jetzt! Uns begegnen alle historischen Kanal-Schiffe, die Juno, die Diana und die Wilhelm-Tham. Schleusen konsequent von 09.00 - 18.00 Uhr, daher liegen wir auch zwei Nächte an Anlegern im Niemandsland neben Wiesen und Wald zwischen den Schleusen, allein und sehr ruhig; unterwegs ein Oldtimer-Treffen, ein Rock-Konzert, wir besuchen beide. Dann wurde eines Morgens gegen 09.45 Uhr ein Anruf in der Kanal-Zentrale notwendig, ob denn nicht geschleust würde? Man hatte uns in der Pampa außerhalb der Sichtweite vor der Schleuse vergessen, als wir einen Dampfer in der Schleuse abwarten mussten, danach war Feierabend. Ein Schnitzel in Vassbacken bei der deutschen Betreiber-Familie, das erste seit ewig. Der polnischer Oldtimer „Antica“ von 1953, ehemals dänisches Fischerboot, zwei Mal um die Welt, macht Anstalten, knapp vor uns fest zu machen, unser Skipper eilt hinzu…als prompt ein Pole über Bord geht, sofort untergeht. Gleich hier hängt ein Rettungsring am Steg, der ist schnell zur Hand, doch der Pole taucht wieder auf, schnauft, flucht, berappelt sich. Später Schiffsbesichtigung und großes Hallo wegen Skippers polnischer Großmutter, Gedenkplakette der „Antica“ als Souvenir und ein paar Schnäpse… Kiera’s Jacke blieb in der Aufregung liegen, später ein Anruf und Bitte um Versand nach Stockholm, im Wasa-Hafen später das Schild „Letter for Kiera“ am Hafenbüro, geht doch… Von Riksberg Flucht über den Viken bei Wind 6-7, dann enge Gewässer, wie ein Waldspaziergang, keinerlei Verkehr, Anleger in Forsvik nahe der Wassermühle. Kurze Fahrt bis Karlsborg. Heftiger Wind veranlasste uns zu einer Pause. Wir legen uns vor die Brücke, um den Vänern zu queren, lassen uns aber von der Mannschaft eines kleinen Ausflugdampfers belehren; zu hoch und unangenehm sollen die Wellen sein. Wir wandern zur Festung Karlsborg, weite Wege… Besuch von einem Einzelfahrer im älteren Motorboot, der sich auf die andere Stegseite legte und ein ganz ruhiger Vertreter schien. Welch Irrtum! Später am Abend begann die Disco im nahen Hafenrestaurant und der Motorbootfahrer ließ sich wieder einmal blicken, sturzbetrunken und vom Steg pinkelnd fragte er nach Bier und machte Anstalten, unser Boot zu besteigen. Wir hatten unser eigenes Musikprogramm und waren an dieser Art Bekanntschaft nicht interessiert, irgendwann schien er an Bord zur Ruhe zu gehen, wieder Irrtum. Sein ständiges Hin und Her und Gehabe in der Disco brachte schließlich zwei junge Polizisten auf den Plan, die mit einer Engelsgeduld über eine Stunde auf seinem Schiff debattierten, denn er hatte zwischenzeitlich den Motor gestartet und schickte sich an, betrunken in die Nacht zu fahren. Sie schienen ihn auch mitnehmen zu wollen, doch irgendwann ließen sie ihn zurück und fuhren davon. Der Rest der Nacht verlief unauffällig. Am Morgen war sein Boot fort. Gottlob keine weiteren Scherereien.  Nach dem Frühstück durch die geöffnete Brücke auf den Vänern und Segel gesetzt; angenehme, gleichmäßige und beruhigende Überfahrt nach Vadstena. Eine Runde im befahrbaren Schlossgraben, einige Botte haben dort festgemacht. Die „Diana“ erscheint, wendet und macht etwas unglücklich fest. Nach dem Aussteigen der Passagiere gab es vor der Diana ein Mannschaftsgespräch mit den Offizieren. Die Mannschaft schien vornehmlich wie das Schleusenpersonal aus Studenten zu bestehen. Eine Sechs-Tage-Reise mit fünf Übernachtungen in der Kategorie A von Stockholm nach Göteborg kostet im August für zwei Personen 5920,- €. Dafür bekommt man vorzügliche Vollverpflegung und eine Kabine so groß wie ein Zugabteil mit Doppelstockbetten, doch Dusche und Toilette über den Flur. Schönwetter und Fahrt nach Motala, hier beginnt der Göta-Kanal und heute gibt es ein Rock-Konzert, wir hören es von weitem. Im Hafen die „Diana“ mit ihren warmen Lichtern in den Kabinen, ein Gespräch mit einem deutsch sprechenden Passagier. Am Tag ein Spaziergang zur nahen Grabstätte des Baltzar von Platen, dem Kanal-Erbauer. Er hatte sich diesen Grabplatz selbst ausgesucht. In der Kirche von Motala zündeten wir für unsere Lieben Kerzen an und fuhren dann bisBorensberg, bekamen einen letzten Platz am Steg, mussten nochmals verholen, da noch andere Boote erwartet wurden - der Sommer in Schweden war ausgebrochen!

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Vor den Schleusen von Berg hatten wir es mit viel Wind zu tun. Vor der berühmten Schleusentreppe machten wir kurz Halt und bestellten Gerichte beim Thai-Imbiss. Trotz des starken Windes entschlossen wir uns, zusammen mit einem schwedischen Boot die Schleusen hinab zu gehen, was schließlich in der ersten Schleuse eine Schramme am Heck einbrachte, zu sehr waren wir der Willkür des Windes ausgesetzt, bevor alle Leinen klar waren. Die Schleusen sind wir danach abgelaufen, sie sind sehr beeindruckend. Nach Norsholm, ein Segeltag wie er im Buche steht! Wir hatten halben Wind und segelten mit Fock und Groß über den Roxensee. Wir lagen allein am Steg, ein sonniger Tag bis zur letzten Minute, warm, Musik, ein paar Seiten lesen, es war einfach grandios, in wunderbarer Tag neigte sich dem Ende!  Nächster halt in Söderköping, Seekarten bis Stockholm im Buchladen gekauft. Es gibt in dem Ort direkt am Hafen eine hübsche kleine Promenade, die alles hat, was man braucht, kleine Läden, Restaurants, Cafés, einen kleinen Fischkiosk und außerdem ein sehr berühmtes Eisrestaurant. Die Schlange der Wartenden 20m lang, sie warten auf einen der begehrten 150 Plätze, um riesige Eisbecher zu vertilgen. Es gibt 60 komponierte Eiskreationen, der teuerste Becher kostet 45,- €. Jährlich 880.000 Gäste und 75.000 Liter Eis, das „Glassrestaurang Smultronstället“. Hier kehrt auch das Fernsehteam des WDR zur Serie „Wunderschön“ ein, man filmt die Geschichte und das Leben am Kanal, siehe WDR-Mediathek. Die Wilhelm Tham kommt majestätisch den Kanal entlanggefahren. Wir beobachten sie beim Einfahren in die Schleuse; dort liegt sie lange, sodass wir inzwischen den Berg erklimmen, um Söderköping von oben zu sehen. Als wir wieder nach unten kommen, hat die Wilhelm Thamm gewendet und ist, gottlob ohne Passagiere, kurz vor dem Schleusentor schrägliegend unter Volllast eingedampft, mit der Folge, dass sie mittschiffs gegen die Schleusenkante prallte, drüben mit dem Bug anschlug und jede Menge Kleinholz verursachte, bevor sie sich halbwegs in die Schleuse legte. Mannschaft und Zuschauer tuschelten sich Worte des Entsetzens zu. Später schwammen jede Menge Fenderstücke (Birkenhölzer hängen von der Bordwand) im Schleusenwasser, der Steuermann ist schlicht und einfach zu schräg und zu schnell eingefahren. Das gequälte Schiff machte längs am hölzerne Kai fest, diesmal ohne Kleinholz. 

Schlussetappe bis Mem Mit dem Pärchen von der „Sommersprosse“ aus Flensburg tauschten wir noch ein paar Informationen über schöne Häfen oder unbedingt Sehenswertes aus, bevor wir dann ablegten und uns in Richtung Mem aufmachten.  Die Reise auf dem Götakanal geht zu Ende; schön war‘s. Ein wehmütiger Blick zurück und wir fahren über den Slätbaken-Fjord nach Stegeborg.  Dort kommen wir in dem Hafen neben der Schlossruine zum Liegen und machen einen Spaziergang durch den Hafen. Hübsch ist es hier. Wir sitzen noch draußen und trinken etwas Wein, leider werden wir heftig von einer Mückenplage heimgesucht, hoffentlich wird das nicht zum Standard.

Wochen 10 - 12

Stegeborg - Arkösund - Nävekvarn - Trosa - Södertälje - Mariefred (Schloss Gripsholm) - Rastaholm - Stockholm

Inzwischen ist Juli und es wird tatsächlich sommerlich. Sonnenschein und schönster Wind führen uns durch bewaldete Schären nach Arkö. Am Freitagnachmittag keine Chance mehr auf eine Werft, einen weiteren Ölwechsel. Doch Miriam und Thomas vom Berlin Yacht Club liegen hier fest bis Montag, ihr Motor springt nicht mehr an. Schuld ist wohl der leergefahrene Tank. Sie helfen uns mit einer Ölabsaugpumpe aus. Der Imbiss beim Schweizer leider ein Reinfall, die Atmosphäre abends im Hafen wunderbar, ein Glas Wein, nahezu Vollmond - so kann man es aushalten.

Hafentag in Arkösund Habe ich „sommerlich“ gesagt? Pardon…Regen, Regen, Regen! Faulenzen, Lesen, Fotos sortieren. Wir kaufen wunderbar frischen Lachs im Hafenkiosk, es gibt ein Abendessen mit Reis, gedünstetem Lachs und Salat, ein Schmaus! Später hatten wir Besuch von Miriam und Thomas. Leider konnten wir nicht im Cockpit sitzen und machten es uns unten gemütlich bei Kerzenschein und Wein, quasselten bis nach Mitternacht über unser Leben, über unsere Reisen, und natürlich tauschten wir Informationen und Tipps über das Segeln aus; ein schöner Abend! Später gingen Andreas und ich noch eine Runde spazieren. Zum wiederholten Male sahen wir im Mondlicht „Norman Bates’ Haus“: auf einer kleinen Anhöhe im diffusem Mondlicht die Silhouette eines Hauses, sehr gleich dem im berühmten Film „Psycho“.

Nach Nävekvarn Unser englisches Frühstück duftete durch den Hafen. Ein entspannter Morgen mit einem Plausch unter Nachbarn, danach Ablegen Richtung Lönö, der kleinen Insel, auf der sich Zarah Leander ein Refugium der Ruhe schaffte. Auf dem Weg dorthin konnten wir teilweise segeln, der Wind war sehr schwach, aber wir wollten nicht motoren, So treiben wir leise vor dem Wind und hören uns die Lieder von Zarah Leander an: „Der Wind hat mir ein Leid erzählt“ aus dem Film „La Habanera“ über bekanntere Lieder wie „Kann denn Liebe Sünde sein“, „Davon geht die Welt nicht unter“, „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“ und viele andere; wir sind eingestimmt und haben auch über ihre umstrittene Rolle im damaligen Deutschland gelesen. In einer kleinen Bucht sah man dann schon von weitem hinter Bäumen versteckt das alte Gutshaus mit der Turmuhr und wir fuhren bis an den Steg. Das Haus ist heute in Privatbesitz. Leider niemand zu sehen, so dass sich ein Anlegen verbietet. Es gibt alte schwarz-weiß Aufnahmen im Internet, die einen guten Eindruck von diesem schönen Ort vermitteln; gut gewählt, Zarah… Nävekvarn wird der Hafen für die Nacht; Grillplatz auf einer vorgelagerten Schäre, ein Café, alles, was man für eine Nacht so braucht. 

Nach Trosa  und hinein in den langen, schmalen Stadtkanal, mit unserem kleinen Boot bis an sein Ende mitten in der Stadt. Wir machen mit Heckanker fest, erkunden den Ort. Weit ist es zum Supermarkt, der Hafen voller Leben, die Gassen und Häuser malerisch, eine echte Stadt der Rosen wie so viele in Schweden.

Nach Södertälje Der Wackelkontakt in der Buglampe nervt, eine neue muss her. Wir können sie nicht anbauen, da das nötiges Werkzeug fehlt. Das nächste Mal nehme ich sämtliches Werkzeug mit an Bord, denn ständig fehlt irgendetwas…Vor der Abfahrt kaufen wir die restlichen Seekarten bis Stockholm à 70,- €, die nun den Rest unserer Schwedenreise abdecken sollten. Im dortigen Café mit Bäckerei nahmen wir noch ein Stück Heidelbeerkuchen und eines mit Mandarinen mit, unglaublich leckere Stückchen - Kuchen und Torten, das können sie! Ein Sommer-Segel-Tag, vorbei an der gespenstischen Insel Käringholmen. Kaum größer als ein Fußballplatz, doch strahlend weiß vom Kot der Kormorane, die hier zu Hunderten auf kahlen Ästen und Bäumen sitzen, allesamt ebenfalls weiß. 

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Södertälje 
mit seiner Sperrschleuse vor dem Mälaren (damit kein Salzwasser in den See als Trinkwasserreservoir gelangt) erwies sich als laut und unansehnlich, eine verbaute Stadt ohne Höhepunkte, daher nur eine Nacht vor der Fahrt nach Mariefred mit dem Schloss Gripsholm. Am nächsten Morgen werden wir geschleust und fahren unter der Brücke hindurch, gerade so… Boote mit höheren Masten müssen bis zur nächsten Brückenöffnung warten.   Ein wunderbarer Segeltag, immer hart am westlichen Wind bis unmittelbar vor den Hafen am Schloss Gripsholm. Der Hafenmeister verlangt bei starkem Seitenwind das Verlegen an die Heckbojen, so dass endlich erstmals Udos Patent-Bojenhaken zum Einsatz kommt, denn es sind noch die kleinen, kurzen Bojen, nicht die mit den langen Stäben, die man in Deckshöhe greifen kann. Es klappt wunderbar, danke schön, Udo! Besuch im Schloss und auf dem Friedhof, zum Grab von Tucholsky unter dem großen Baum, viele Informationen zu ihm und der Stadt aus dem Internet, es gäbe viel zu schreiben…

Nach Rastaholm, das muss für heute genügen. Den Hafen sehen wir uns auf einem Luftbild des Kartenplotters an und entschließen uns, die enge südliche Einfahrt zu nehmen, dort schien es uns geschützter. Der Wind drückte uns förmlich hinein und die Spannung steigt in der wirklich engen, flachen und mit Schilf besetzten Einfahrt. Wie tief wird es sein? Das Schilf wächst durch die Planken des Stegs, hier ist es nun wirklich ruhig. Ein Anruf beim Hafenmeister und augenblicklich ist Micke zur Stelle. Er wohnt hier den Sommer über und erzählt uns etwas von einem Meteoriteneinschlag vor Millionen von Jahren, von Heißwasserquellen tief am Meeresgrund, und schließlich von Agneta Fältskog, gleich mehr dazu, man soll nämlich auf die Hafenmeister hören!

Nach Drottningholm, einem königlichen Schloss. Eine schöne Spazierfahrt, ohne jedoch anzulegen, denn Stockholm ist das Ziel. Auf dem Weg dorthin sollen wir auf ein auf Felssteinen gebautes Haus achten, den Reitstall, und dann steht sie tatsächlich da auf der Weide - zweifellos Agneta Fältskog auf ihrem Gestüt, im weißen Hosenanzug und ganz so, wie die aktuellen Fotos von ihr sie abbilden, wenn auch aus der Ferne. Von nun an gab es viele Lieder von ihr an Bord zu hören, schön und traurig zugleich, ganz die Stimmungen aus der Zeit ihrer Depression; sie soll Trost bei den Pferden gefunden haben.

In Stockholm angekommen machten wir eine Hafenrundfahrt vor dem Rathaus und warteten auf die Öffnung der Centralbron; wie wir erfuhren, sollte dies erst gegen 18.30 Uhr geschehen, rund drei Stunden Zeit also noch. Nichts passierte, bis uns auffiel, dass wir im falschen Hafenbecken sind, hier öffnet sich nix! Tja, passiert vor lauter Aufregung; mit dem eigenen Boot in Stockholm, wir fühlten uns großartig und hatten nicht mehr in die Karte gesehen! Also flugs zur Hammarbyslussen. Unmittelbar davor hatten wir eine Brücke mit 14,70m Durchfahrtshöhe zu unterqueren. Passen wir da durch? Die eigene Durchfahrtshöhe inkl. Antennen sollte man schon genau kennen. Bei über 20m noch kein Problem, doch passen wir hier hindurch? Dreimal haben wir uns bei regem Schiffsverkehr vorsichtig in Parallelfahrt der Brücke genähert, um sie schließlich zu durchfahren, augenscheinlich noch mit gut einem Meter Luft dazwischen. Wieder eine Lehre gezogen… Wir legten noch für 20 Minuten vor der Schleuse an, plauschten mit einem schwedischen Segler, der gut deutsch sprach, und konnten um 18.30 Uhr pünktlich geschleust werden. Die nachfolgende Brückenöffnung nahmen wir auch gleich mit, sie erfolgt stündlich um :38, eine schnelle Fahrt von der Schleuse zur Brücke ist deswegen von Nöten, alle haben es geschafft. Die Schleuse kostet 200 Kronen in Richtung Stockholm, die andere Richtung wäre gratis. Warum die zwei Schleusen bei Stockholm? Um den Mälaren als Trinkwasser-Reservoir nicht mit Ostsee-Salzwasser zu vermischen, s.o. Unser Kurs führte uns nun Richtung Wasahafen, vielbesungen, ein „Muss“, wie wir oft hörten. Wir schließen uns zunächst manch anderer Segler-Meinung an: Wir müssen nichts, aber wir können, wenn wir wollen. Wir wollen! Liegen gern mittendrin, auch mit Trubel für zwei, drei Tage, wenn denn die Wege kurz sind. So haben wir Glück und bekommen den letzten freien Liegeplatz, allerdings verbunden mit sehr viel Schwell. Dieser lässt nur nachts etwas nach. Nach langer Zeit wieder einmal Burger und Pizza im Sjöcafeet an der Djurgardsbron, sehr und zu empfehlen und schön am Wasser gelegen. Hafentag in Stockholm Diesen Tag widmen wir dem Wasa-Museum und dem Schiff, das das Gebäude gänzlich ausfüllt. Andreas hat die Wasa in den 70ern besucht und nur den umgebenden Sprühnebel vom 

Konservierungsmittel in Erinnerung, ganz anders als das heutige, tatsächlich zu 98% komplette Schiff. Wer wirklich interessiert ist, findet so viel Interessantes, dass er die Zeit vergisst und erst per Durchsage auf die Schließung hingewiesen wird, so auch bei uns - wir nutzten die Zeit aus und wissen nun komplett Bescheid. Was soll man sagen - tatsächlich ein Muss! Hafentag in Stockholm Der schöne Fußmarsch durch die Innenstadt zur Gamla Stan, zum Schloss und zum Fotografie- Museum entpuppte sich als ziemlicher Reinfall: Menschenmassen, Baustellen, Lärm, Schmutz, und zu guter Letzt auch noch Regen. Und das war noch nicht alles: Im Fotografie-Museum versagte unsere EC-Karte, so dass wir uns die Grillteller und kühlen Drinks nur auf anderen Tischen angucken konnten. Zurück nahmen wir U-Bahn und Strassenbahn. Hafentag in Stockholm Bis spät in die Nacht wuschen und trockneten wir noch Wäsche; der Trockner ein Alleskönner, innerhalb einer halben Stunde war alles trocken; endlich wieder einmal komplett frische Kleidung und Bettwäsche, auch das sind kleine Freuden…Wir verlegen morgen in den Nachbarhafen Navigationssällskapet, dort folgt ein Entspannungstag ohne Sightseeing, nur Lesen, Dösen, Regentropfen zählen. 

Wochen 12 - 15

Stockholm - Utö - Ankarudden - Snedskär (Arkösund) - Fyrsudden - Västervik - Figeholm - Påskallavik - Kalmar - Kristianopel - Insel Hasslö - Hanö - Simrishamn - Ystad

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Nach Utö 
Wir verlegten für eine Nacht ohne Schwell in den benachbarten Hafen Navigationssällskapet und konnten dort noch bis spät in die Dunkelheit beobachten, wie ein hoch hinauf in den Mast gezogener Mann ständig irgendetwas rufend am verklemmten Großsegel einer Rollreffanlage zerrte, die sich unlösbar verklemmt hatte. Zum wiederholten Male fragte wir uns, ob eine solche Anlage nicht zu handhabungsempfindlich für die Langfahrt unter allen Bedingungen ist. Wir verlassen Stockholm, obwohl es noch viel zu sehen gibt, bestimmt kommen wir wieder. Der enge Sund namens Baggensstäketlässt uns wieder staunen - ein Haus schöner als das andere, direkt am Wasser oder etwas erhöht gebaut wie ein Nest, Saunahäuschen mit Treppe ins Wasser, große Terrassen, Blumen, Ausblick… einfach traumhaft. Die Bootsdichte hat zugenommen, Schönwetter-Segeln und auch mal Motoren bis Utö, einer stets überfüllten Schäre mit allerlei Unterhaltung für die ganze Familie. Wir schieben uns in den letzten freien Platz zwischen eine schwedische und eine finnische Yacht. Beide Besatzungen gehen zur Hand, was hier nicht die Regel ist; sicher hatten sie nur Angst um ihre Boote - oder ihre Heckanker, denn unseren mussten auch wir ausbringen, was auch ohne Getüddel gelang, wie wir am nächsten Morgen zur Beruhigung aller feststellen konnten. Zunächst scheint der Hafen quirlig und lebendig, in der Sonne sieht alles toll aus. Später wird er laut und nervig, überall Musik und lautstarke, sicher alkoholbedingte Gesänge. 

Nach Ankarudden, Insel Torö Anstehen bei den sanitären Anlagen, Frühstück und Einkauf. Im Hafenbecken kreisten schon ein Dutzend Boote in Warteposition auf einen der begehrten Plätze. Gegen 13.00 Uhr legten wir ab. Ein wunderbarer Segeltag lag vor uns mit wenig Welle; wir glitten durch den Sonnenschein, mit uns viele andere Boote, sie hatten wohl dasselbe grobe Ziel. Wir hatten noch kein konkretes. Landsort auf der Insel Öja sollte es dann werden, doch erwies sich dieser kleine Hafen zum ersten und einzigen Mal als ausgereizt, auch für uns. Drei Seemeilen weiter zum Anleger in Ankarudden, allerdings ohne Strom oder sonstigen Komfort. Das kleine Restaurant haben wir besucht, ein Spaziergang, und das war’s dann auch.

Nach Snedskär im Arkösund Nach einem erneut sehr schönen Segeltag mit viel Sonne erreichen wir Snedskär im Arkösund. Nun ja, man liegt sehr malerisch und ruhig, das kleine Vereinshäuschen etwas erhöht auf dem Felsen, Blick gen Sonnenuntergang, nette Leute an der Grill-Tafel, darunter tatsächlich auch ein Paar aus unserem Nachbarverein in Berlin - wir nähern uns also der Heimat. Andererseits nur ein Plumpsklo mit Torf zum Drüberwerfen, Freiluftduschen und ein Saunahäuschen. In Fyrudden nerven die Angetrunkenen auf dem Nachbar-Motorboot nur bis zur Schlafenszeit; eine nette Zwischenstation mit Versorgungsmöglichkeit.

Nach Västervik Ein unglaublich herrlicher Segeltag, raus aus den Schären, erst auf Am-Wind-Kurs, später Halbwind, dann raumschots, teilweise höhere, unangenehme Welle, aber Segeln ohne Ende! Pause am Anleger von Gränsö Slott, ein schickes Hotel oder ein Club, doch ohne Aufenthaltsmöglichkeit für Boote. In Västervik drehen wir unsere übliche Runde. Da, ein deutsches Stahlboot, eher selten hier. Sieht aus wie daheim, trägt auch den gleichen Namen… unglaublich, sie sind es: Völlig überraschend treffen wir auf Elke und Willy aus unserem Verein, von denen wir nicht einmal wussten, dass sie unterwegs sind! Großes Hallo, sie sind nicht weniger überrascht, und später am Abend finden wir uns auf ein Glas Wein auf ihrem ehrwürdigen Weltumsegler-Schiff „Macoma“ ein. Hafentag in Västervik Duschen, Lesen, Einkauf, Spaziergang durch Stadt, netter kleiner Hafenvorplatz, kleine Einkaufsstraßen, nette Geschäfte zum Bummeln, Eis essen, ein Geburtstagspaket für daheim aufgeben, dazu ein ellenlanger Weg zur Post-Nord draußen im Gewerbegebiet. Sehr nette Postfrau, die mir einen Karton und Klebeband schenkte, das Paket selbst, als Brief aufgegeben, kostete dann allerdings 20,- € Euro, als Paket wären es 34,-€, na, gute Nacht! Hoffentlich kommt es in Berlin an, es hat neun Tage Zeit. Heute Abend sind Elke und Willy dann bei uns an Bord zu Gast. 

Nach Figeholm Erst nach 10 Uhr stehen wir auf, Elke und Willy sind schon fort, doch ein, zwei Stunden später auch wir. Ohne Halt und mit achterlichem Wind zügig südlich, am Ende bei 2m Welle von achtern recht spektakulär durch kleinste Schären am Kraftwerk vorbei in Richtung Figeholm. Wieder so eine Puppenstube, wirklich hübsch im Hafen! Die Comfortina, die mit uns denselben Weg hatte, aber etwas weiter draußen fuhr, war schon vor uns in den Hafen gekommen, man wollte nicht durch das enge Fahrwasser mit den vielen kleinen Flachs und Steinen, verständlich. Mit unseren 1,20m Tiefgang war das kein Problem. Festgemacht und kurz vor 21.00 noch eine Pizza zum Mitnehmen, die wir dann im Hafen an einem Tisch vor den Booten verspeisten, das Restaurant selbst war bereits geschlossen! Wir mussten das Mückennetz vor den Niedergang hängen.

Nach Påskallavik Auch heute gab es den kräftigen Wind des Vortages, nur unter Vorsegel musste selbst dies gerefft werden; auch behagte uns die 2m Welle von schräg achtern wenig. Påskallavik ist ein niedliches Bullerbü, zum wiederholten Male, sehr gepflegte kleine Häuschen, ein paar alte Holzhäuser am Hafen, die früher mal zu einer Papierfabrik gehörten. 

Nach Borgholm/Insel Öland Ganz ehrlich - eher ein Verlegenheitsziel wegen des vorherrschenden Windes und grau-diesigen Wetters. Tatsächlich haben wir beide keine Erinnerungen, keine weiteren Aufzeichnungen, denn eigentliches Ziel warKalmar, die alt-ehrwürdige Stadt, in der sich Stadtrundgang und Schlossbesuch nun wirklich lohnten. Viel Betrieb im Hafen, wir Plaudern mit zahlreichen Seglern, u.a. aus Berlin und mit Liegeplatz Kröslin. Hafentag in Kalmar ohne nennenswerte Höhepunkte.

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Nach Kristianopel 
Für uns denkwürdig die Anfahrt zur alten Festung: der Tag grau, diesig, kalt, regnerisch, und zu allem Überfluss ein nahendes Gewitter. Wir sind seit vielen Meilen allein, wer fährt schon los bei diesem Wetter?! Dann wird es dunkel, erste Blitze, und das Gewitter kommt näher. Den Hafen vor Augen schalten wir alle Elektrik aus, man weiß ja nie…wir sind uns einig: als Blitz würden wir hier meilenweit kein besseres Ziel finden als unseren Mast! Wir kommen ohne Einschlag davon und liegen ruhig zur Nacht, ausnahmsweise einmal neben einem „Boot der Stille“ mit einem Paar, das sich dauerhaft abwendet und irgendwie vom Schicksal schwer mitgenommen scheint.

Nach Karlskrona Ein unglaublich wunderbarer Segeltag! Kaum aus dem Hafen, werden die Segel gesetzt und wir können den ganzen Tag bei viel Sonnenschein den Kalmarsund hinunter bis Karlskronasegeln. Karlskrona wurde 1679 als Flottenstützpunkt eingerichtet und entstand ursprünglich auf mehr als 30 Inseln und Inselchen, was sich auch heute noch auf das Stadtbild auswirken sollen. Nun ja, schön fanden wir die Stadt nicht, dennoch haben wir einen Hafentag eingelegt - vergeblich, schöner wurd’s nicht; die Menschen wirkten, als suchten sie nach ihren Erledigungen nur schnell wieder das Weite…Immerhin haben wir im modernen Hafenrestaurant Kieras Geburtstag würdig begangen. Hafentag Karlskrona Frühstück mit Musik und Sonnenschein, Waschtag, Flug gebucht bei Norwegian Airlines für Colin, der aus Berlin kommend am nächsten Mittwoch in Kopenhagen zu uns stoßen soll. Danach Spaziergang zum Marinemuseum, das einiges wieder gutmacht für diese Stadt. Erwähnenswert dasMuseumsrestaurant mit seinem Buffet: für 120 Kronen pro Person mit vielseitiger Salatbar und warmen Spezialitäten aller Art, Fisch, Huhn, vegetarisch, Knödel mit Speck, Preiselbeeren usw., unglaublich lecker und preiswert, denn Bier, Wasser, Kaffee, Tee sind inklusive. Eine mittlere Sensation, denn viele Gäste kommen einzig deswegen hierher!

Nach Garpahamnen/Insel Hasslö Es gab wieder einmal Starkwind und auf dem gedachten Westkurs eine Brücke, auf deren Öffnung wir hätten warten müssen. Danach erwartete uns freies Wasser mit hoher Welle gegenan. Das war uns zu viel und so bogen wir kurzerhand südlich ab, um Station auf Hasslö zu machen, liefen die Insel jedoch nicht von Süd über das Fahrwasser an, sondern kamen von Norden durch eine Engstelle. Dann passierte, was nicht hätte passieren dürfen - wir fahren an der falschen Seite und viel zu dicht an einem festen Seezeichen entlang, Rufe von Land - zu spät, wir laufen auf einen Felsen auf, reagieren aber schnell und kommen sofort wieder frei, einmal rauf und wieder runter. Nach diesem Schreck sortieren wir uns und fahren konzentriert weiter bis in den Hafen. So ein Mist! Wochenlang segeln wir durch engste Schären und es passierte nichts. Fühlten wir uns zu sicher? Es ging bislang alles so glatt…Jedenfalls schien das Boot keinen größeren Schaden davongetragen zu haben. Was es an Schrammen davongetragen hat, werden wir sehen, wenn wir im November das Boot aus dem Wasser holen (Nachtrag November: Farbabrieb am Kiel, am Rumpf nichts erkennbar). Ohne größere Schuldzuweisungen fuhren wir die 500m weiter in den Hafen, wir waren beide schusselig und hätten einfach noch besser schauen müssen. Völlig unerwartet und mitten im Hafen liefen wir dann nochmals kurz auf Grund, und dieses Mal wurden wir richtig sauer, denn aus der Karte und dem Plotter ging mitten im Hafen eindeutig nur eine 3m-Linie hervor, kein Stein, kein nichts! Das reichte uns für diesen Tag… Hasslö ist ein alter Fischereihafen, hier lagen wir längs an schwarzen Autoreifen. Einkauf im 2km entfernten Coop, wir benötigen einmal mehr die Mückennetze.

Zur Insel Hanö Kurz vor einem Gewitter erreichen wir den Hafen. Regen und Sonne im Wechsel, Starkwind, dass es nur so pfeift in den Wanten. Einkauf im kleinen Hafenkiosk. Weintrauben hatten wir lange nicht, sie sind knackig und frisch.  Essen hatten wir noch vom Vortag: Käse-Lauch-Hackfleischsuppe, so mussten wir nicht kochen.  Der Hafen ist niedlich, wird von Lotta, der aufgeweckten Hafenmeisterin, und ihrem Mann betrieben. Ein kleines Museum gibt es hier mit einer Ecke für den Büchertausch. Lottas Vater ist auch auf einem der Fotos, er war Fischer hier auf der Insel. Lotta ist die gute Seele des ganzen Hafens, sie putzt die Duschen und stellt überall kleine Vasen mit frischen Blumen auf; sie ist zu Scherzen aufgelegt und Andreas versteht es gut, sie einzuwickeln, unterzuhaken und mit ihr zum Museum zu wandern, um sich zeigen zu lassen, wo genau die besonderen moosbewachsenen Steine im Inselurwald liegen.

Hafentag 1 auf Hanö Regen. Sonne, Wind, Aprilwetter. Entspannung, Wanderung zum Leuchtturm, mit 40km Tragweite der am weitesten leuchtende Turm an der gesamten Ostsee. Lesen. Abends essen wir mal wieder Hot Dogs….von Würstchen haben die hier aber keine Ahnung, die Dinger schmecken einfach nicht; wir braten sie mit Knoblauch in der Pfanne an, dann kann man sie schon eher genießen. Das Boot zerrt an den Leinen und unsere ausgeschlagenen Salinge klappern, dass einem Hören und Sehen vergeht. Wir haben alles probiert, aber die sind nicht zu bändigen, da wird eine Reparatur fällig. Irgendwann schlafen auch wir ein. Hafentag 2 auf Hanö Regen. Sonne, Wind, viel Wind, 7 Bft. aus Nordwest, zu arg für uns, wir nehmen uns lieber Zeit. Immer mehr Boote verlassen jedoch den Hafen, weil die Menschen am nächsten Tag arbeiten müssen. Die verbleibenden Segler stehen am Molenkopf und schauen den Booten nach, die wild in den Wellen schaukelnd hinausfahren.  Neben uns liegt ein Zweimaster. Das junge Pärchen aus den Niederlanden lädt uns zur Besichtigung ihrer Contest ein. Das Boot ist 30 Jahre alt, aber gut in Schuss, charmante alte Lady, alles sehr gepflegt, Achterkajüte mit Doppelbett, Zweimaster, Mittelcockpit, viel Platz unten mit vielen Schnaps, alles ganz wunderbar. Das soll es sein, falls uns unsere  Friendship 28 irgendwann zu klein werden sollte… Wanderung zur Ostseite der Insel durch den Märchenwald mit den tausenden von moosbewachsenen Steinen, dann über sonnige Plateaus im Osten der Insel; besser, man trägt gutes Schuhwerk. Wir haben heute keine Lust zum Kochen und essen im Hafenrestaurant. Die Betreiberin spricht deutsch und erklärt uns, dass sie ihr Motorboot gegen ein Haus auf dieser Insel eingetauscht hat. Früher war sie Grenzpolizistin. Mit ihrem Mann zusammen bilden sie ein gutes Team. Höflich erkundigen sie sich, ob das Essen schmeckt. Ja, es schmeckt sehr gut, sehr skandinavisch! Später legt noch ein altes Segelschiff im kleinen Hafen an, dafür also die reservierte Kaimauer. Ein 25m Gaffelschoner mit 22 jungen Leuten an Bord, Viele kommen herbei und helfen beim Anlegen. Eine Segelschule aus Göteborg mit Kindern im Alter zwischen 12 und 16 Jahren mit einem jungen, ca. 30jährigen Skipper, souverän und sehr nett, als wir ihn mit ein paar Fragen löchern. Auch der Schiffskoch, ein junger Mann von 25 Jahren, gab bereitwillig Auskunft: gegessen wurde unterwegs, bei dem Wind und der Welle…Respekt! Wir wollen nicht ins Bett, der Abend ist lau, trotz des Regens. Immer wieder schwappt das Spritzwasser über die schon extra erhöhte Mauer direkt auf unser Boot. Sie sind mächtig, diese heran rollenden Wellen, wir sind lieber hier als draußen…

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Nach Simrishamn 
Nach drei Nächten in Hanö reifte dann der Entschluss, trotz Wind und Welle Richtung Århus unter Land zu kommen und dicht unter Land zu segeln. Denkste, die „Biscaya Schwedens“veranlasste uns zu einem Zwischenstopp in Nogersund drüben am Festland. Da sich bis zum Mittag nichts änderte, setzten wir unsere Fahrt in Richtung Simrishamn dennoch fort. Dies sollte unser härtester Segeltag werden, denn es herrschte dauerhaft Wind 5-6, in Böen 7. Nur mit gerefftem Vorsegel ging es in 2m hohe Wellen, gelegentlich auch mehr, so dass wir über und über nass wurden. Ich hatte erstmals ernsthaft Bedenken, doch das Boot machte alles mit, wie mir schien auch unkompliziert und unauffällig, sicher auch dank der Steuerkünste des Skippers. Ich beruhigte mich, da ich merkte, dass das Boot alles verzieh und uns nie in bedrohliche Situationen brachte. Ein sehr anstrengender Segeltag, insbesondere für den Skipper dort oben auf der Kante, von wo aus Kurs und Wellen besser zu beobachten sind. Nach ein paar Stunden verkrampft man jedoch deutlich und wünscht sich ein Ende der Schinderei. Ich hielt mich ausnahmsweise meist unter Deck auf und beobachtete das Geschehen von unten. Ich machte auch Videos, die endlich einmal genauso wirkten, wie es tatsächlich da draußen aussah. Die See tobte sich aus. Diese hohe Welle blieb dauerhaft, obwohl uns Wetterdienste versprachen, dass sowohl Wind als auch Welle gegen Abend nachlassen würden - nichts da, das Gegenteil war der Fall! Eine kurze Regenwolke regnete obendrein genau über uns ab und brachte noch einmal Böen bis zu 32 Kn mit sich. Im Geschaukel verloren wir einen Fender und eine Winschkurbel - bis wir dann Stunden später in Simrishamn die denkbar harmlosesten Bedingungen vorfanden: Windstille im Hafen, kaum Welle davor, so dass man recht an eine Flaute denken wollte - wer sollte uns das da draußen glauben? Einzig, dass wir sehr nass und zerzaust aussahen. Wir waren froh, kurz vor 22.00 Uhr noch eine geöffnete Pizzeria in Simrishamn vorzufinden; es gab sogar Hefeweizen, wunderbar…Im Hafen treffen wir den Katamaran „Low Flying“ wieder und den Einhandsegler von der „Løfte“.

Tag 100! Nach Ystad 100 Tage Segeln, wow, wir sind stolz auf uns: ohne größere Schäden und ohne größere Streitereien haben wir es 24h täglich miteinander ausgehalten. Das Boot ist gutmütig und war mit uns in Oslo, Göteborg und Stockholm und bringt uns weiter nach Kopenhagen. Dort wird Mannschaftswechsel sein, denn Kiera muss nach Berlin zurück. Dafür wird Colin an Bord kommen, und der ist trotz seiner 12 Lebensjahre schon recht segelerfahren. Wir gehen noch durch das einladende Simrishamn, alles recht hübsch hier und gepflegt; insgesamt genug Grund, wiederzukommen und alles noch einmal in Ruhe anzuschauen. Nach einem entspannten Frühstück legen wir gegen Mittag ab und nehmen Ystad zum Ziel. Leider kam der Wind wieder einmal direkt von vorn. So kreuzten wir mühsam, machten aber nur wenig Strecke. Motoren also und dann Kurs West unter Segeln, vorbei an der Klippe von Kåseberga mit dem steinzeitlichen Steinkreis - ein andermal…

Ystad Unvermeidlich: ein Besuch des Cafés und des Wohnhauses von Kommissar Wallander, wenn auch alles nur aus einem Roman, macht dennoch Spaß…die Romanfigur hat der Stadt viel Tourismus beschert. Bummel durch die Stadt, einstündige Fahrt mit der Bahn nach Malmö, kleiner Stadtbummel durch die dortige Vorstadt, dann weiter nach Kopenhagen zur Abholung von Colin am Flughafen. Das Telefon klingelt: Norwegian Airlines in Berlin wollen Colin unbegleitet nicht mitnehmen! Wir hatten andere Informationen. Nun ja, ein wenig hin und her und er darf fliegen, erstmals allein, alles wird gut…keine zwei Stunden später nehmen wir ihn schließlich erleichtert in die Arme! Spät ist es geworden, nicht viel zu sehen während der Bahnfahrt zurück nach Ystad; wir bleiben insgesamt drei Nächte, lassen die Nähte der Fock beim Segelmacher überarbeiten, genießen die Zeit, keine Sonderheiten.

Wochen 15 - 17 Abbekås - Dragør - Kopenhagen - Bøgeskov - Rødvig - Klintholm - Stubbekøbing - Vordingborg - Nykøbing 

Nach Abbekås Kommissar Wallander adé! Wir wollen weiter Richtung Kopenhagen, Wind und Welle machen uns zu schaffen, sie kommen genau aus West-Südwest; bald drehen wir unter Motor ab nach Abbekås. Ein kleines, unscheinbares Straßendorf ohne Ortskern. Der Lebensmittelladen hat bereits geschlossen, so bleibt es bei den restlichen Sonnenstrahlen beim Beinevertreten. Bald schon schlummern wir in unseren Kojen und hoffen auf schöneres Wetter am nächsten Tag.

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Nach Dragør/Dk 
Flaute. Nützt nix, wir wollen weiter, also den Motor an und los. Frühstück gibt es während der Fahrt. Nach ein paar Stunden nimmt der Wind zu und dreht etwas, sodass wir versuchen, hart am Wind wenigstens ein paar Seemeilen zu segeln. Das klappt ganz gut, bis die Welle wieder sehr nervig wird und uns ständig aufschaukelt. Wir müssen Richtung Kopenhagen noch steiler, eigentlich Nord, und zwar durch den Falsterbokanalen. Tatsächlich hat uns Colin durch seine Aufmerksamkeit auf diesen kürzeren Weg aufmerksam gemacht, den wir Erwachsenen so gar nicht im Programm hatten. Wir sputen uns und man hält uns die Brücke ein wenig länger geöffnet, bis auch wir sie unter Volldampf passiert haben, vielen Dank, Brückenmeister! Wir erreichen den kleinen Hafen Dragør - wie niedlich! Seit langem wieder einmal ein schöner, alter Fischerhafen mit kleinen Restaurants, mit einer anheimelnden Altstadt und liebevoll gestalteten Häusern!  Wir kaufen ein, Kind an Bord, Hot Dogs! In Dänemark gibts auch endlich wieder etwas besser schmeckende Würstchen… Es war kalt und windig, regnete auch hin und wieder; dennoch machten wir einen ausführlichen Hafenrundgang mit Bootegucken, vorbei an der Fischräucherei, die gerade in Betrieb war, sie wird morgen das Ziel.

Nach Kopenhagen, Marina Wilders Plats Bevor wir ablegten, nahmen wir also frisch geräucherten Lachs und Krabbensalat mit. Man konnte Fisch auch direkt vom Kutter kaufen, Kopf ab, Haut ab und rein in die Tüte; eine blutige Angelegenheit, war eher nichts für uns, zumal wir mit Fisch nicht recht umgehen können, kommt noch…  Also ab nach Kopenhagen, wieder unter Motor, man ahnt es schon, der Wind hatte uns auf dem Kieker. Es war auch eine eher kurze Strecke, über uns landenden Flugzeugen jeder Größe. Nach ein paar Seemeilen kamen wir nachmittags in Kopenhagen an und mussten eine Viertelstunde vor der Brücke zum Christianshavn warten. Sehr abenteuerlich diese Fahrt mitten hinein in die Stadt zur Marina Wilders Plats, die liegenden Boote zum Greifen nah. In der letzten Ecke lag man schon im Päckchen. Aber diesen einen, unseren freier Platz gab es noch, sehr zur Freude des Skippers über unser sonst ja immer zu kleines Boot. Welch ein Liegeplatz! Direkt unter dem Restaurant, das mit dem Michelin-Stern, okay, nächstes Mal… denn nur wenige Schritte sind es zur riesige Markthalle gegenüber des Schauspielhauses, nahe der Oper. Ein wahrer Fresstempel mit dichtem Gedränge Dort gab es Essen aus vielen Ländern und man wußte gar nicht, wo man beginnen sollte. Wir entscheiden uns für Burger, Süßkartoffelpommes, Marokkanische Lammpfanne mit Ingwer und Limonen und zum Abschluss noch Cola-Rum und Gin-Lemon, draußen, recht urig unterm Zeitdach, da wieder einmal Dauerregen…Colin vergnügte sich auch ohne Alkohol. Wir quasselten noch mit ein paar jungen Leuten an unserem Tisch über Arbeiten und Leben in Dänemark, das Wetter und so...man stimmte uns zu, dass dieser Sommer ausgesprochen kalt und verregnet sei, so wie schon lange keiner mehr. Überall in Europa sei es heiß, nur um Skandinavien macht die Sonne einen großen Bogen. Als der Regen aufhört, schauen wir uns noch auf der anderen Seite den gut besuchten Nyhavn an, in dem man auch liegen kann, allerdings gibt es dort keine sanitären Anlagen.  Hafentag in Kopenhagen, Kieras Abreise Colin und ich besteigen die Außentreppe des spiralförmigen Turmes der Frelsers Kirke; bei Kälte, Wind und vielen Besuchern schon eine Herausforderung, nix für Ängstliche.

Kiera hatte ihre Sachen gepackt, wir bringen sie den weiten Fußweg zum Bahnhof. Der Abschied fällt schwer, nach so vielen Wochen…Colin und ich bereiten unsere Weiterfahrt vor.

Nach Bøgeskov /a.A.d.W. Andreas beschreibt die Stimmung so: „In dem engen Christianshavn Kanalen ragte der Heckanker von der Plattform eines Motorbootes frei und weit nach achtern aus, so dass es schwierig werden würde, dort ohne Berührung zu passieren. Glücklicherweise hatten die größeren Segler schon vor uns den engen Kanal verlassen, so dass genügend Platz war, um problemlos abzulegen und aus der Stadt zu fahren. Segel zu setzen war uns jedoch erst südlich von Kastrup möglich. Wir hatten günstigen Wind, der uns nach Bøgeskov auf Seeland führte, der Nachmittagssonne entgegen. Es gibt wohl keinen schöneren Kurs als gegen die Sonne, mit seichtem Wind im Gesicht und dem gleichmäßigen Plätschern der Wellen im Ohr, angelehnt an die Reling im schläfrig machenden Auf und Ab des Schiffes, das sich gleichfalls wohl zu fühlen scheint, als sei es eigens für diese Kurse gemacht. Der Pinnenpilot steuert das Schiff mit Leichtigkeit, selten ist das Summen seines Motors bei den wenigen Kurskorrekturen zu hören. Ich schaue auf den Küstenstrich voraus, flach scheint es dort zu sein und bewaldet. Noch sind es zehn Seemeilen und ich fange an zu träumen, werde schläfrig. Es ist nicht wirklich Müdigkeit, vielmehr... Ataraxia! Zu Recht trägt das Schiff diesen Namen, in diesen Augenblicken trifft es wieder einmal zu. Es könnte tagelang so andauern, nichts anderes brauche ich in diesen Momenten. Außer Gesellschaft vielleicht. Zweisamkeit, um gemeinsam zu genießen; dann verdoppelt Teilen den Genuss, ein schöner Widerspruch. Colin ist bei mir, schläft unter Deck. Der Wind weht gerade so, dass wir gut vorankommen, frischt dann etwas auf. Der kleine Hafen kommt in Sicht. Zwei Häuser, weit entfernt, im Hafen stehen nur unscheinbare Schuppen. Ein Hafen, wie sich zeigen wird, den man wohl als gottverlassen bezeichnen muss, ein Nothafen vielleicht und es liegen auch keine großen Boote hier. Mit knapp neun Metern gehören wir, so sehen wir bald, zu den drei größten Booten im Hafen, ein sehr seltener Fall... Keine Menschenseele zu sehen, wir bergen die Segel. Dann doch auf der Nordmole: ein Mann, beleibt und wohl um die sechzig Jahre. Sein weniges Haar ist über den Ohren am längsten und mit den Strähnen spielt der Wind. Er steht da, breitbeinig, als hätte er einem schweren Wetter zu trotzen, und er erwartet uns, blickt herüber. Nichts bewegt sich an ihm, sein Gesicht wirkt leicht gespannt, entschlossen, doch nicht grimmig. Keine Mimik, keine Bewegung, gleich einer Statue steht er da. Dann endlich bewegt er sich doch, erwacht zu Leben. Nur die Hände sind es, die Unterarme, die er uns entgegenstreckt und sich zur Brust zieht. Wiederholt diese einzige Bewegung, kein Wimpernschlag, keine Rührung sonst. Wir sollen also näher an den Molenkopf herankommen. Ich habe über die flache Hafeneinfahrt gelesen, die eine genaue Ansteuerung erfordert, und ich wähnte mich auf dem richtigen Kurs. Ein Wichtigtuer? So sieht er nicht aus, eher wie ein erfahrener Einheimischer, der ahnt, wo die Probleme für Unkundige liegen könnten. Der Hafenmeister vielleicht. Derbe Kleidung, Lederweste, ein handfester Typ. Ich folge seinen Gesten, das Boot gleitet in den ebenfalls sehr flachen Hafen, wir machen fest. Dann sehe ich mich um. Es ist niemand mehr da, wie zuvor, keine Seele weit und breit. Kaum eine Minute hatte die Einfahrt an der Mole gedauert; ich hatte, als wir den Mann passierten, aus gewisser Verlegenheit nur leicht den Kopf gewogen als eine Art Antwort auf seine unausgesprochenen Worte. Nun war er fort, so wie er plötzlich erschienen war. Zuvor war ich sicher, dass er uns auch am Steg erwarten würde, doch er kam nicht. Nur auf zwei anderen Schiffen von zusammen vielleicht zwanzig war noch Leben erkennbar, mehr unter Deck als über. Der Abend brach langsam herein, und zumeist geht es dann ums Essen; so bei uns.

Erst am nächsten Tag sprach ich zwei Fischer an, die gerade einem Otter nachschauten, der über die Mole lief und ins Wasser glitt, für meine Kamera zu schnell. Sie gaben mir gerne Auskunft zum Hafen, zu einem großen Feuer an Land, zum Otter, und auch guten Rat für die Weiterfahrt. Auf das Gespenst vom Vortag angesprochen lächelten sie nur, als gäbe es noch viel zu erzählen. Auch sie blieben in diesem Punkt sparsam, es soll wohl der Hafenmeister gewesen sein. Wenn man Geduld hat, dann erscheint er gelegentlich im Hafen; wie der Otter.“ Mehr gibt es zu Bøgeskov nicht zu sagen…

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Nach Rødvig bei Wind 5-6 
Wir sind die einzigen Lebewesen im Hafen, als wir nach Rødvig aufbrechen. Die Fischer hatten uns dringend geraten, weit um das gelbe Tonnenfeld herum zu segeln, was wir dann auch taten. Wind und Wellen nahmen kräftig zu, sodass wir froh waren, als wir in Rødvig ankamen und gegen den Wind anlegen konnten. Auch nach uns Kommende wirkten sichtlich erschöpft. Der Rest des Tages verging mit Einkauf und Essen. Gegen 17.00 Uhr entschlossen wir uns noch, den kostenlosen Reisebus entlang der Küste zu nutzen, um einen alten Nato-Bunker, einen Kreidebruch und Stevens Klint mit seiner teilweise ins Meer gestürzten Kirche zu besuchen. Zurück zu Fuß, nach über 5 km Fußmarsch waren wir im Hafen zurück.

Nach Klintholm Wir sind nach morgendlicher Dauerdusche und mit viel Sonne nach Klintholm aufgebrochen, an den weißen Klippen vorbei. Wenig Wind bis in Hafennähe, dann eine Stunde schönstes Segeln. Wir haben mächtig Hunger! Spaghetti, Salat, Erdbeeren, Rotwein, zuvor einen „Anleger“ mit Colin, der heute sehr gut drauf ist. Ein prima Hafen, viel Komfort, schöne Schiffe, wir kehren gerade von 40 Min. Hafenrundgang zurück. Wie weiter ist unklar. "Pier To Heaven", die kleine, sehr hübsche Bar im Hafen, war noch offen gegen 22.00 Uhr - anheimelnder geht’s nicht! Hafentag in Klintholm Waren heute mit dem Bus in und auf Möns Klint, immerhin 130m hoch und das Gegenstück zu den Kreidefelsen auf Rügen. Bewundernde, auch skeptische Blicke vom schmalen Strand hinauf zu den furchteinflößend hohen Klippen.  Im Gegensatz zu meinem letzten Besuch vor 30 Jahren gibt es neuere Wege und Treppen aus Holz, die durch den Wald hinab zum Strand führen; es bleibt anstrengend, doch läuft es sich angenehmer als vor Jahren. Bei sonnigem Wetter war es trotz der vielen Besucher ein wunderbarer Ausflug in die Kreide. Das Museum mit all‘ den Details schafft ein besonderes Bewusstsein über diesen Flecken Erde. Selbst Colin war angetan, und das will etwas heißen…Wir kehren ermüdet zum Schiff zurück.

Nach Stubbekøbing Die Stadt rühmt sich,  die älteste Handelsstadt Dänemarks zu sein. Rathaus, Kirche und ein Meilenstein im alten Stadtkern könnten dafür sprechen. Die Stadt schien menschenleer, ohne Höhepunkte, auch der Friedhof gab nichts her. 

Nach Vordingborg Unvergessen das schwierige Ablegemanöver am nächsten Morgen: starker Seitenwind zwang Colin, den Bugkorb und die  Lampe vor dem Holzpfahl zu schützen. Ganz pflichtbewusst drückte er, mit der Hand dazwischen, den Bug frei, zog sich aber am rauen Holzpfahl eine hässliche Risswunde in der Handfläche zu. Pflaster, Salbe, steriler Wundverband und Mullbinde wurde gebraucht, bis nach einer Woche die Sache verheilt war. Vielen Dank dem tapferen Matrosen!

Vordingborg hat uns schon die ersten Nerven gekostet, bevor wir überhaupt ankamen. Zwar gibt es eine ausgebaggerte Rinne in die Nähe der Stadt, doch dann fehlt es an eindeutiger Betonung Richtung Norden; ständiger Tiefenalarm beunruhigte uns immer wieder. Colins 

Korrekturkommandos wollten gar nicht enden, denn er kennt sich aus: Stranden, Festfahren? Auf keinen Fall! Das brauchen wir nicht noch einmal…lang ist’s her. Und nur 30 Minuten zuvor hatten wir im Sund beobachten können, wie ein auf Grund liegendes Segelboot frei geschleppt werden musste. Schließlich folgten wir einem anderen Segler und kamen glücklich an, machten längsseits fest. Wie wir vom Hafenmeister erfuhren, sehen sich tatsächlich viele Segler mit etwas mehr Tiefgang verunsichert; wir hörten ähnliche Klagen zur mangelnden Betonnung auch am Steg, und daher verteilte der Hafenmeister auch farbige Din-A4-Kopien mit einem skizziertem Kursvorschlag. Die Anfahrt ist also nicht ganz ohne, der Tiefenalarm rührt aber meist vom dichten Seegras her. Hafentag in Vordingborg Heute weht zu starker Wind, also Einkauf, Kochen, und Marsch durch die Fußgängerzone. Kaum Leute unterwegs, eher alles langweilig. Wir hatten nicht einmal Lust auf die Besichtigung der Burganlage. Zweiter Hafentag Am zweiten Tag sprach ich einen Schweizer Segler mit  Stahlboot an, der zu uns an Bord kam und mich über die norwegische Westküste, die Lofoten, das Nordkap und die russische Grenze dahinter informierte - sehr bewundernswert. Auch das übervoll ausgestattete Schiff „Nordkapper“ aus Hamburg, mit Kind und Kegel und auch Katze, war schon vielerorts und im Schwarzen Meer. Colin hat einen zweistündigen Allein-Spaziergang am Uferwanderweg unternommen - ohne Handy - und ich habe mir Mühe gegeben, mir keine Sorgen zu machen. Er erzählte, dass er ein paar Rehen begegnet sei und, da Herdentiere, den Hirsch vermisste. Ein entsprechendes Geräusch deutete er dann so, dass er lieber die Beine in die Hand nahm und das Weite suchte. Das lobte sich Papa - das richtige Leben gibt stets mehr her als Handy oder Flachbildschirm… Dennoch reifte bei uns beiden der Entschluss, am nächsten Tage abzulegen, egal wie.

Nach Nykøbing Der Wind hatte sich drei Tage lang unverändert stark gezeigt, jetzt wollten wir es wissen. Die erwarteten zwei Stunden gegenan bis zum Guldborgsund sollten doch zu schaffen sein! Wieder folgten wir einem vorausfahren Segler durch das nur mäßig betonnte Flachwasser. Dann sahen wir uns alleine und irgendwie im unsinnigen Versuch, gegen Wind und Welle zu motoren. Hier Segel setzen ging mal gar nicht. Ich entschloss mich daher, gegen Collins starke Bedenken, zu einem Zwischenstopp im Getreideverladehafen hinter der Brücke. Unser Anlegen hinter dem Frachter wurde von dort mit Interesse beobachtet, fortgeschickt wurden wir jedoch nicht. So haben wir erst einmal gefrühstückt und uns beraten. Die ersten sichtbaren Segel ermunterten uns, zwei Stunden später ebenfalls mit gesetztem Vorsegel wieder abzulegen. Ein ziemliches Stück Arbeit durch viel flaches Wasser, bis wir endlich Kurs auf den Sund und die Brücke bei Guldborg nehmen konnten. Es hatte sonnig aufgeklart und der gleiche 5er Wind von hinten schien uns gerade recht, Richtung Süd und Sund. Der rücksichtsvolle Brückenwärter signalisierte frühzeitig die Brückenöffnung, sodass wir das Segel stehen lassen konnten. Vielen Dank an ihn! Colin steuerte uns mit sicherer Hand durch das kurvige Fahrwasser, stets knapp an den Tonnen vorbei und auf kürzestem Weg. Kurz vor der Stadt mussten wir uns noch mit einem Regattafeld einigen, das uns entgegenkam; fast holten sie uns auf ihrem Gegenkurs mit ihren Spinnakern noch ein. Im Hafen begegneten wir der „Amelie“ aus Fehmarn, einer wirklich schön überholten, kleinen Amel aus den 70ern, Heimathafen irgendwo auf Fehmarn. Leider vergaß ich die Adresse der polnischen Werft einzuholen, die völlig neue Fenster und Rahmen nach Maß für das Schiff angefertigt hatte. Mücken zwangen uns früh in die Koje, doch zuvor konnten wir noch rasch wie zu Hause bei Lidl einkaufen. Wenn man richtig hungrig ist, sind auch „schon wieder Hot Dogs“ ein Genuss!

Wochen 17 - 21

Warnemünde Hohe Düne - Darßer Ort - Stralsund - Schaprode/Rügen - Kloster/Hiddensee - Stralsund - Kröslin - Mönckebude - Ückermünde  - Stettin - Mescherin - Marienwerder  - SVT Berlin

Nach Warnemünde/Hohe Düne Wir waren früh im Sund unterwegs, ohne Frühstück, das gab es unterwegs. Die Mühen des Vortages hatten sich gelohnt, jetzt folgte ein komplett angenehmer Segeltag unter blauem Himmel bei guter Laune an Bord (Colin näherte sich nämlich bekannten Gefilden). In der Ferne erscheint bald die deutsche Küste, sie scheint soweit der Himmel reicht unter einer Schlafdecke aus Wolken zu liegen. Danach: karibisches Segeln Kurs HRO. Hohe Düne kennen wir aus Vorjahren, verschlechtert haben sich die nur noch eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten der Sanitäranlagen unmittelbar auf den Stegen; sonst sind wir zufrieden und erleben allerlei Spektakel rund um die großen Kreuzfahrtschiffe, die Fähren und den Zieleinlauf einer Hochseeregatta.

Nach Darßer Ort /Nothafen Trübes Wetter, mäßiger Wind, der Weg nach Stralsund ist weit…wir wollen nicht in der Dunkelheit vor Hiddensee eintreffen, nutzen also erstmals den Darßer Ort, fahren weit um die Sandbänke herum und sind schließlich der zweite Segler im Hafen. Colin hilft beim Anlegen eines weiteren Seglers. Eigentlich schade um diesen schlichten Naturhafen im Naturschutzgebiet, von daher die Schließungsabsichten; im Übrigen kostet das jährliche Ausbaggern der Fahrrinne sehr viel Geld. An der Seebrücke in Prerow soll Ersatz entstehen, wer weiß, wann…Nachts Unruhe: der Rettungskreuzer und ein Hubschrauber halten eine Nachtübung ab. Sonstiges: so richtig Mückenalarm!

Nach Stralsund Colin steuert fast den kompletten Schlag, auch bei Wind um 5 Bft und achterlicher, hoher Welle. Ich habe den Kopf voll mit der Segelführung und der Navigation Richtung Barhöft und weiter, bilde mir ein, hier und da den Grund zu sehen. Dann wenden wir auf halben Wind gen Süd, Colin bleibt entspannt, und ich bin froh, wieder im sicheren und dann auch ruhigen Fahrwasser zu sein. Am nächsten Tag in Stralsund dann…zieht’s Colin heim für die letzte Ferienwoche! Er war zwei Wochen an Bord, ich verabschiede ihn mit viel Wehmut am Bahnhof. Ob er der Segelei wohl treu bleiben wird? Ich hoffe es sehr! Ich bin erstmals während dieser Reise einen Tag und eine Nacht allein, bereite mich auf den Einhand-Rückweg vor, mal was anderes, als plötzlich… als plötzlich Kiera anruft und sich ankündigt: in Berlin ist soweit alles erledigt, sie möchte so gerne wieder auf’s Schiff …Überraschung! Ich war im Geiste schon allein unterwegs, doch ist sie mir hoch willkommen - das muss Liebe sein, zum Segeln, glaube ich… Sie bleibt weitere drei Wochen bis zur endgültigen Heimreise.

Hafentage Stralsund Es folgen abwechslungsreiche Hafentage in Stralsund, die u.a. die Bestellung und den Anbau einer neuen Sprayhood nebst Kuchenbude zum Inhalt haben, Erkundungen der Altstadt sowieso - alles wieder zu zweit, versteht sich, viel schöner so… Gemeinsam fahren wir jedoch ein Wochenende nach Berlin zum Hafenfest unseres Vereins, das wir nicht versäumen wollen, kehren dann zurück und versegeln die Zeit bis zur Fertigstellung der Sprayhood. Das Boot blieb im Stadthafen, mit dem wir insbesondere dank der beiden Hafenmeister beste Erfahrungen gemacht haben!

Nach Schaprode, Kloster/Hiddensee - und nach Hause! Das Boot wird für Vermessungen nicht mehr gebraucht, wir segeln bei mäßigem Wetter nach Schaprode, am nächsten Tag nach Kloster auf Hiddensee, sind dort drei Tage eingeweht, schauen uns dort an, was man dort so anschaut, steigen auch auf den Leuchtturm auf dem Dornbusch, gehen auch bei Schlechtwetter spazieren, kehren nach Stralsund zurück. Kiera reist endgültig ab und am nächsten Tag beginnt für mich die Heimfahrt, allein.

Die letzten zehn Tage bis zurück nach Berlin-Tegel kürze ich ab; die Strecke führte mich über Peene, Achterwasser und Haff nach Stettin, dort Mastlegen, Oder- und Kanalfahrt…alles ohne besondere Vorkommnisse bis auf ein Fischernetz oder Reste davon in der Schraube, die ein Taucher entfernen musste, ich mag nicht mehr daran denken…es war teuer und hat Zeit gekostet, der Schaden unter dem Schiff hält sich in Grenzen. Spürbar die früher einsetzende Dunkelheit, jetzt, Ende September; wie schön war doch der Mittsommer im Norden…! Ankunft Berlin bei der SVT nach 149 Tagen und 2272 Seemeilen am 25.9.2017!

Ich werde von Kiera empfangen, na klar, und auch von Peter Schmidt, von Sponi, von Udo…die Liebsten halt, zu meiner großen Freude, die gerade selbst im Hafen waren, und Silke und Toni sind sogar extra herbei gekommen, alle mit einem Sektglas in der Hand - wie lieb von allen, wie schön…!

Schlusswort Eine sehr lange, unvergessliche Reise mit dem Segelboot mit viel Improvisation, wenig vorheriger Planung, teils anstrengend, doch lehrreich und sehr genussvoll! Wichtig auch die gesunde und unversehrte Heimkehr von Mannschaft und Boot, es ist soweit geglückt. Viel Text hier, mal gekürzt, eher nicht, denn das Erlebte soll sich wiederfinden, und ein Reisebericht, der muss wohl sein. Meine dringende Empfehlung: unbedingt während der Fahrt den späteren Text vorfertigen! Übertragungen und Umstellungen aus dem Logbuch und von Notizen haben uns viele Stunden gekostet; der große Vorteil: wir erlebten alles noch einmal!

Meine besonderen Gedanken galten während der gesamten Reise und auch jetzt meinem geliebten Bruder Leon, meinem jahrelangen Mitsegler, Mit-Träumer, Helfer am Boot - er war in diesem Sommer nicht an Bord, nicht dabei, ich habe ihn oft vermisst!

Andreas und Kiera

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