Segeltörn von Berlin über Polen (Kaiserkanal), Rügen, Ystad, Kalmar, Stockholm Götakanal, Göteborg, Kattegat, Öresund, Klintholm, Hiddensee, Strelasund, Greifswalder Bodden, Peenestrom, Stettiner Haff und zurück.
Vorab ein paar technische Daten aus dem Logbuch:
• Ca.1.400 sm
• Wir waren ca. 335 Stunden unterwegs, davon ca. 200 Std. unter Motor und 135 Std. gesegelt.
• Die durchschnittliche Geschwindigkeit unter Segel lag bei 4,2 kn. Unter Motor bei 5,2 kn.
• Wir haben ca. 200 Liter Diesel verbraucht.
Am 30. Mai 2025 um 14:30 Uhr beginnt unser bislang längster Segeltörn mit dem Ablegen vom SVT. Für die ersten Tag sind wir gemeinsam mit Joachim Herbertz und Heike durch die Kanäle von Berlin nach Stettin unterwegs gewesen. Heike musste aus Termingründen in Eberwalde aussteigen. Dafür kam meine Tochter mit Familie an Bord. In der Marine Oderberg hat dann mein Enkel Jonas (8 Jahre alt) den Abend im lustigen Dialog mit dem Hafenmeister und Wirt die Gesellschaft unterhalten. Nach einem Badestopp auf der Oder erreichten wir gegen 18:00 Uhr des folgenden Tages die Marina AZS am Dammscher See. Am folgenden Tag wurde der Mast gestellt und das Boot startklar gemacht.
Leider ist bei Joachim beim Maststellen eine Flaggleine hängen geblieben und dadurch eine Saling gebrochen. Dies konnte glücklicher Weise durch einen Schlosser provisorisch repariert werden, so dass Joachim seinen Mast stellen konnte. Gleichzeitig hat sich unser Segelkamerad Frank Deißler in Berlin um eine Ersatzsaling bemüht. Mit dieser kam Frank am nächsten Tag per Zug nach Stettin, wo wir ihn gegen Mittag an der Promenade abholten. Zum Abendessen ankerten wir gemeinsam vor dem Hafen Stepniczka und genossen den Sonnenuntergang.
Von hier ging es am folgenden Tag nach Swinemünde. Joachim und Frank setzten am 5. Juni 25 die Segel mit dem Ziel Baabe, wir hingegen segelten nach Sassnitz. In Sassnitz verbrachten wir wetterbeding einen Hafentag, bevor wir nach Glowe segeln konnten. Am Abend des 7. Juni 25 lief auch die Sisu mit Joachim und Frank in den Hafen Glowe ein. Ein Sturmtief zwang uns zwei Tage zu warten, bevor wir den Sprung nach Schweden (Ystad) angehen konnten.
Die 11 stündige Überfahrt (57 sm) war sportlich bei anhaltenden Regen, Windstärke 6 und ca. 1m Welle. Die schöne Stadt Ystad erkundeten wir am nächsten Tag, da wir kein gutes Wetter zum Weiterfahren hatten. Am 12. Juni 25 segelten wir bei besten Bedingungen nach Simrishamn Richtung Osten und die Sisu Richtung Westen.
Nach einen schönen Hafentag mit Spaziergängen in der Umgebung legten wir am 14. Juni 25 ab und setzten vor dem Hafen die Segel, dabei ging der Schäkel vom Großfall auf und das Großsegel rauschte runter. Zum Glück gab es im Hafen Simrishamn eine Takelleiter. Nach einer Stunde konnte es dann endgültig losgehen. Bei überwiegend achterlichem Wind konnten wir nach 7 Stunden bestes Segeln auf Hanö, im Hafen festmachen. Da wir diese Insel schon kannten, legten wir am nächsten Tag gegen 11:30 Uhr ab. Nach 1 ½ Stunden unter Motor konnten wir die Segel setzen. Unser Ziel waren die Schären bei Karlshamn.
Gegen 15:30 Uhr machten wir an einer blauen Boje westlich von Tjärö fest. Um diese benutzen zu dürfen muss man Mitglied im Schwedischen Yachtklub SXK sein. Hier verbrachten wir zwei ruhige Tage, bevor wir zur Insel Äspö segelten. Auch hier verleiben wir zwei Nächte im Hafen und erkunden die Insel. Am 19. Juni 25 ging es bei doch starkem Wind durch die Schären um Karlskrona nach Sandhamn. Über einen zwischen Stopp in Bergkvara ging es nach Kalmar, wo wir wieder einmal auf ein Wetterfenster warten müssen.
Am 21. Juni 25 war hier ein Feiertag (Mittsommertag) und alles war geschlossen. Es war warm aber sehr windig. Erst am 25. Juni 25 konnten wir bei Südwind Richtung Norden weitersegeln. Ein aufkommendes Gewitter zwang uns gegen unserem Plan nach Öland (Borgholm) abzulaufen. Das Unwetter hat glücklicher weise gewartet bis wir das Boot festgemacht haben.
In den beiden nächsten Nächten ankern wir in verschiedenen Buchten nördlich vom Oskarshamn. Am 28. Juni 25 verließen wir die Ankerbucht bei Nieselregen und kaltem Wind. Dennoch passte der Wind und ich konnte 4 Stunden Segeln. Irma war unter Deck und konnte dort lesen, da zwischen den Schären kaum Wellen waren. Unser Ziel ist heute Loftahammars. Vor dem Hafen nehme ich die Segel herunter, da es immer noch kräftig bläst. Als ich den Motor gestartet und den Gang eingelegt hatte gab es eine große Vibration. Wir konnten uns nur mit Leerlaufdrehzahl in den Hafen bewegen. Zum Glück gab es im Hafen auch eine Werft. Es war aber Samstag 15:00 Uhr und keine Hilfe in Sicht. Das Tauchen bei 12 Grad Wassertemperatur war für mich auch keine Option.
Am Sonntag wurde mittels einer Kamera festgestellt, dass ich ein Flügel meiner Schraube verloren hatte. Die Balu wurde daraufhin am Montag mit stehendem Mast aus dem Wasser gehoben. Zum Glück hatte die Werft auch eine ähnliche / passende Schraube im Lager, die mir dann montiert wurde. Am 1. Juli 25 hatten wir bestes Sommerwetter und die Balu hatte wieder eine Schraube. Also setzten wir die Segel und suchten uns eine schöne Ankerbucht in der Nähe. In dieser Bucht holten wir unser Dingi hervor, montierten den Torqeedo und erkundeten die Schären im Umfeld.
Tags darauf fuhren wir nach einem ausgiebigen Frühstück durch die beeindruckende Schärenlandschaft Richtung Norden. Gegen 14:00 Uhr zog sich der Himmel zu, es wurde wieder kalt und windig. In Fyrdden fanden wir einen sicheren Platz, in dem wir das nächste Sturmtief abwettern konnten. Da im Hafen der Windmesser 27kn Wind anzeigte, haben wir uns entschlossen mit dem Linienbus zur nächsten Stadt Valdemarsvik zu fahren. Valdemasvik liegt am Ende eines langen Fjords und es zeigt sich, dass sich der Wind, auf Grund des Düseneffekts noch stärker war. Wir ließen es uns trotzdem bei einem großen Eisbecher gut gehen und fuhren am Nachmittag mit dem Bus zurück.
Am 4. Juli 25 segelten wir zur Insel Lindö und ließen den Anker für die Nacht fallen. Der nächste Morgen versprach gutes Segelwetter, so dass wir in Richtung Oxelösund aufbrachen. Nach zwei Stunden entspanntes Segeln durch die Schären erreichten wir die offene Ostsee, die uns mit starken Regen und 1 bis 2 m hohen Welle empfing. Nach dieser Überfahrt waren wir froh in Hafen festmachen zu können. Leider hat sich herausgestellt, dass dieser Hafen nicht vor dem Schwell geschützt ist.
Am nächsten Morgen hat sich das Wetter beruhig, somit stand der Besuch einer weiteren Ankerbucht nicht im Wege. Diese fanden wir auch in einem Naturschutzgebiet bei der Insel Äspskär. Hier lagen wir sehr geschützt zwischen Schären, die mit keinen Brücken verbunden sind. Ideal für einen weiteren Ausflug mit unserm Dingi. Am 7. Juli 25 segelten wir dann nach Nynäshamn um von dort aus via Zug nach Stockholm zu fahren. Wir hatten vorher vor Bootsnachbarn erfahren, dass es schwierig wird einen Liegeplatz in Stockholm zu bekommen. Mittels einer Zugfahrt von einer Stunde (für 43SK = 3,35€ pro Person) kamen wir entspannt im Hauptbahnhof von Stockholm an.
Nach einem Mittagbuffet beim Asiaten besuchen wir das Vasa-Museum. Irma bedauert, dass für ein Besuch im ABBA-Museum keine Zeit bleibt. Wir steigen also in eine der vielen Sightseeing Busse ein um einen kleinen Überblich zu bekommen. Nach einem Erfrischungsgetränk und einen Spaziergang durch die Altstadt ging es wieder zum Bahnhof und dann mit dem Zug nach Nynäshamn.
Am Abend beschließen wir auf Grund der vorherrschenden Wetterbedingungen und den Empfehlungen zahlreicher Bootsnachbarn nicht weiter nach Norden zu segeln, sondern den Götakanal zu befahren. Mit diesem neuen Ziel verließen wir am 9. Juli 25 Nynäshamn und segelten südwärts. Bei Torö fanden wir eine weitere Ankerbucht die sich am nächsten Morgen als nicht sehr geschützt erwies. Also Anker auf und Kurs auf die Ankerbucht bei Stendörren, wo wir gegen 13:30 Uhr den Anker fallen ließen. Auch hier konnten wir mittels dem Dingi an Land gehen und beobachten wie die Schweden ihre Boote achtern an die Felsen legen, um an Land den Grill aufzubauen.
Am 11. Juli 25 segelten wir nach Arkosund und legten bei starkem Wind mittels Muringleine im Hafen an. Da wir dem kalten windigen Klima leid waren, ging es am nächsten Tag direkt nach Mem. Hier hofften wir in den Götakanal einfahren zu können. Dies erwies sich als unkompliziert. Wir konnten direkt anlegen und die Formalitäten erledigen. Wir bekamen ein Heft mit den wichtigsten Informationen für das Durchfahren des Götakanals und zwei Checkkarten für die Benutzung der Sanitäranlagen im gesamten Götakanal. Nach einer kurzen Einweisung zum Thema Schleusen konnten wir in die Schleuse einfahren und wurden vom freundlichen Personal geschleust.
Im dahinter liegenden Hafen machten wir fest. Hier blieben wir zwei Nächte, da uns das Kanalpersonal informierte, dass der nächste Hafen recht voll ist. Dies war uns sehr recht, da sich schlagartig der Sommer einstellte und wir die warmen Temperaturen genossen. Hier nutzen wir auch die Möglichkeit die vorhandenen Waschmaschinen und Trockner zu benutzen. Die Benutzung ist im Götakanal in allen Häfen kostenlos (In der Kanalgebühr enthalten.).
Am 14. Juli 25 ging es dann weiter nach Söderköping. Hier konnten wir direkt an der lebhaften Promenade festmachen. Auch hier blieben wir zwei Nächte, da es ein wirklich schöner Ort ist und wir viel entdecken konnten. Nach zwei Nächten zog es uns weiter und wir legten am späten Vormittag ab. Nach einer sm mussten wir vor einer Brücke zirka 15 Minuten auf die Öffnung warten. In dieser Zeit zog eine dunkele Gewitterfront auf. Wir beschlossen hinter der Brücke den nächsten Anleger zu nutzen. Da für den gesamten Nachmittag weitere Gewitter vorhergesagt wurde, blieben wir und bewunderten die ankommenden Kanubesatzungen mit ihren Zelten und anderen Utensilien.
Am 17. Juli 25 ging es weiter zu den nun anstehenden 10 Schleusen (zwei davon waren Doppelschleusen). In Norsholm verbrachten wir die Nacht, der Hafen war aber nicht so attraktive wir die zuvor besuchten Häfen. So freuten wir uns auf den nächsten Tag, der uns nach einer weiteren Schleuse und einer Eisenbahnbrücke auf den Roxen (ca. 12 sm langer See) führt. Hier lassen wir den Anker gegen 12:00 Uhr fallen und genießen das schöne Wetter bei Temperaturen um die 30 Grad. Wir wunderten uns, dass wir scheinbar die einzigen sind, die auf diesen großen See ankern.
Für den nächsten Tag stand die großen Schleusentreppe bei Berg auf dem Programm. Diese erreichten wir nach zwei Stunden Fahrt über den Roxen. Hier erfuhren wir, dass ein elektrischer Defekt an der Steuerung der Schleusen vorliegt und wir warten müssen. Nach zwei Stunden konnten wir in die erste Schleuse einfahren. Bei den sommerlichen 30 Grad war das Schleusen in den windgeschützten Schleusenkammern anstrengend. Nach ca. 2,5 Stunden haben wir dies geschafft und sind gleich nach dem Anlegen im Hafen Berg ins Wasser gesprungen. Direkt hinter dem Hafen erwartete uns am folgenden Vormittag die nächste Schleuse. Nach insgesamt 5 Schleusen legten wir in Malfors an. Da es in dieser Gegend keine weitere Bademöglichkeit gab, war dieser Steg von Einheimischen bevölkert.
Am 21. Juli 25 hieß es 9 Brücken und eine Schleuse zu passieren. In Borgenberg hatten wir für eine Mittagspause festgemacht. Hier gibt es das gut erhaltene Göta – Hotel, außerdem kann die M/S Juno und die M/S Wilhem Tham entgegen. Anschließend sind wir noch 20 Minuten weiter gefahren, um auf dem Borensee zu ankern. Tags darauf fuhren wir zur zweiten großen Schleusentreppe (5 Schleusen), wo wir mangels genügend Anlegestellen erst einmal auf dem See warten mussten. Auch hier hat die Berufsschifffahrt Vorrang und wir mussten zwei Fahrgastschiffe passieren lassen. Nach 4 Stunden hatten wir die 5 Schleusen und ca. 8 sm geschafft und konnten in Motala anlegen.
Motala ist der Hauptort des Götakanal’s und liegt direkt am Vättern See. Hier hatten wir wieder auf das Wetter schauen müssen, was uns zu zwei weiteren Hafentage verholfen hatte. Motala ist eine kleine Stadt in der wir uns sehr wohlgefühlt haben. Am 25. Juli 25 ging es nach einem Besuch an der Tankstelle hinaus auf den Vättern. Leider gab es keinen passenden Wind um nach Vadstena zu segeln. In Vadstena konnten wir einen der letzten Plätze direkt im Burggraben der Festung bekommen. In der Festung gab es am Abend ein Livekonzert der Gruppen Nestor und Europe (The Final Countdown), wir konnten das Konzert mit einem Glas Wein in der Plicht genießen.
Am nächsten Vormittag passte das Wetter für die Überfahrt nach Karlsborg, so dass wir ablegten. Auf dem Vättern hatten wir ca. 15 kn Halbwind aber eine gut 1m hohe Welle. Irma wurde Seekrank und bekam Magenschmerzen. Nach ca. 3,5 Stunden machen wir in Karlsborg fest. Der Hafen war nicht sehr einladend aber wir wollten uns nach dem ruppigen Segeln erst einmal erholen.
Am kommenden Tag begann der wohl schönste Anschnitt des Götakanals. In Forsvik passierten wir die letzte von 57 Schleuse die unsere Balu anhob. So erreichten wir den See Viken, der durch sein glasklares Wasser und der beeindruckenden Schärenlandschaft punktete. Ein Badestopp war somit unvermeidlich. Nach dem wir die erste Talwärts - Schleuse passiert haben machten wir in Vassbacken fest. Tags darauf passierten wir eine Seilfähre bevor wir an einer Eisenbahnbrücke warten mussten. Die digitale Anzeige vor der Brücke gab eine Wartezeit von 4,5 Std. an. Nach mehreren Versuchen konnte ich mich bei der Götäkanal – Zentrale melden und um Öffnung der Brücke bitten. Nach 20 Minuten wurde die Brücke geöffnet. Kurz hinter dieser Brücke haben wir in Töreboda festgemacht.
Für den nächsten Tag hat sich ein Tiefdruckgebiet mit Regen angesagt, so dass wir einen Hafentag einlegten. Am 31.07.2025 ging es dann weiter nach Lyrestad, wo wir mit Bootsnachbarn gemeinsam einen Grillabend verbrachten. Bei nun starker Bewölkung ging es am Folgetag zum letzten Hafen Sjötrop im Götakanal. Am 1. August 2025 verließen wir den Götakanal. Nun ging es auf den drittgrößten See Europas mit dem Ziel Mariestad, leider nur zur Hälfte der Stecke unter Segel weiter.
Mariestad ist eine lebhafte Stadt mit einem Markt und vielen Geschäften. Da sich ein weiteres Tiefdruckgebiet von Westen näherte, ging es am Folgetag ca. 22 sm überwiegend unter Motor nach Spiken. Ein schön kleiner Fischerhafen in einem Schärengebiet. Die Wettervorhersage versprach für den nächsten Tag ab Abend Starkwind, so dass wir uns auf den Weg nach Vänernborg machten. Die 35 sm konnten wir zur Hälfte unter Segel zurücklegen. Vor Vänernborg erwischte uns dann ein Unwetter, dass wir dank rechtzeitiger Bergung der Segel gut überstanden. Da Vänernborg nicht sehr einladen auf uns wirkte und das Tiefdruckgebiet immer näher kann, machten wir uns am nächsten Tag auf den 7 sm kurzen Weg nach Trollhättan. Trollhättan ist eine deutlich ansprechende Stadt. Hier wetterten wir den Sturm bei Windböen bis 30 kn im Hafen ab.
Am 06.08.2025 ging es in den Trollhättan – Kanal. Es begann mit einer Schleusentreppe (3 Schleusen hintereinander), die uns 32 Meter Talwärts beförderte. Bei sehr kräftigem kaltem Gegenwind durchführen wir den nicht sehr ansprechenden Kanal bis zur Stadt „Lilla Edet“. Hier gab es einen kleinen Hafen ohne jede Infrastruktur, auch die Stadt hatte wenig zu bieten. So passierten wir am nächsten Morgen die letzte Schleuse gleich hinter dem Hafen mit dem Ziel Göteborg.
In Göteborg versperrte uns eine riesige Zugbrücke den Weg. Es gab aber einen kleinen Anleger, in dem wir auf die nächste Öffnung warten konnten. Leider habe ich mir bei dem Anlegen einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen. Gegen 15:30 Uhr konnten wir die Brücke passieren und in dem Stadthafen verholen. Den Liegeplatz konnte ich über die APP Dockspot reservierten, es waren die höchsten Hafengebühren unseres Törns (53€ / Nacht). Auf Grund meiner Verletzung bleiben wir vier Nächte in Göteborg. Da ich kaum ein paar Meter laufen konnte übernahm Irma die Erkundung der schönen Stadt. Sie macht sich mit Bootsnachbarn auf zu einer Stadtrundfahrt und nutzt die Gelegenheit in Ruhe einige „shopping malls“ zu besuchen. Den Abend verbrachten wir gemeinsam auf der Bavaria 37 unser Bootsnachbarn. Am darauffolgenden Tag konnte ich nur mit viel Schmerzen zum Waschhaus laufen, so dass Irma allein mit der Straßenbahn zum Botanischen Garten fuhr. Der vierte Tag in Göteborg ist vom Starkwind geprägt, was eine Weiterfahrt entgegensteht (was mir auch sehr lieb ist). Ich konnte aber schon eine kleine Runde um den Hafen gehen, wenn auch mit Schmerzen.
Am 11. August 2025 verließen wir Göteborg in Richtung Süden. Wir motorten für ca. 1,5 Stunden aus dem Trollhättan Kanal und durchqueren die schwedischen Westschären. Hier kamen wir unter Segel mit kleiner Welle 20 sm gen Süden. Wir liefen gegen 15:00 Uhr im Hafen von Sandöhamn ein und konnten an der Mole festmachen. In der Hafenzufahrt konnten wir den Fahrweg nicht eindeutig erkennen, außerdem sorgte der Blick auf den Tiefenmesser (0,9 m) für einen Schrecksekunde. Zum Glück handelte es sich nur um Seegras. Auch die Nacht trug nicht zur Entspannung bei, da der Wind am Abend drehte und wir einen gehörigen Schwell im Hafen hatten. Uns hielt hier also nichts und so ging es weiter nach Süden, woher der Wind kam.
In Varberg machten wir nach 30 sm im Stadthafen an einem hohen Kai fest. Der Hafen war gut besucht und viele Yachten lagen zum Teil zu dritt im Päckchen. Hier gab es auch einige Restaurants und eine Festung zu bestaunen. Auch ein Supermarkt war in erreichbarer Nähe. Nach der Besichtigung der Festung am nächsten Vormittag machten wir die Leinen los in Richtung Gommen. Da wir es wieder mit dem Südwind zu tun hatten, kamen wir nur 15 sm voran. Am 14. August 2025 wollten wir unter Segel dem Südwind trotzen. Nach zwei Stunden Kreuzen haben wir es nur 3 sm Südwärts gegen Wind und Strömung geschafft. Wir beschlossen das Vorhaben abzubrechen und den Hafen von Falkenberg anzulaufen. Dieser gefiel uns aber überhaupt nicht. Wir drehten im Hafen um und fuhren zurück zur Küste, wo es noch einen kleinen Fischerhafen namens Lövstavikens gab.
Am nächsten Tag drehte der Wind auf Südost und wir konnten endlich wieder einen schönen Segeltag mit 6 Stunden unter Segel erleben. In Halmstad machten wir gegen 17:00 Uhr im Stadthafen fest. Eine schöne Stadt in der sich ein Besuch lohnt. Da am nächsten Morgen der Wind auf unserer Seite war, hieß es gegen 10 Uhr Leinen los und unter Segel über die Bucht „Lahomsbukten“. Gut zwei Stunden konnten wir bei 18 kn Halbwind segeln. Auf Höhe der Insel „ Hallands Väderö“ briest der Wind auf und die Wellen von 1m bis 1,5 m beenden den Spaßfaktor. Hinter dem Kap ging es in Richtung Süd gegen den Wind zum Gästehafen „Mölle“. Der Hafen ist sehr voll und wir machen im Päckchen an dritter Stelle fest. Hier hieß es wieder einmal einen Tag Abwettern, da wir bei 25 Kn Südwind keine Lust hatten gegen an zu Kreuzen. Mölle selber stellt sich hingegen als einer der besseren Häfen heraus. So genießen wir den Hafentag und erkunden die Gegend mit dem öffentlichen Bus.
Am 18. August 2025 konnten wir in Richtung Helsingborg segeln. In der Meeresenge bekamen wir es mit den vier ständig kreuzenden Fähren zwischen Helsingborg (Schweden) und Helsingør (Dänemark) zu tun. Dank dem AIS konnte ich mir eine passende Lücke aussuchen und die Meeresenge durchsegeln. Da der Wind für unseren Weg heute ideal war, beschlossen wir weiter nach Rungsted zu segeln. Hier machten wir im „Königlichen Yachtklub“ fest. Direkt an Hafen gab es viele Restaurants und Geschäfte die zum Bummeln einluden.
Tags darauf ging es dann weiter an Kopenhagen vorbei nach Dragør. Ein großer Hafen mit vielen Liegeplätze, die überwiegend von Dauerliegern genutzt werden. Wir fühlten uns nicht so wohl, da wir am Nachmittag bemerkten, dass im benachbarten Motorboot sich eine Familie Marder eingenistet haben. Für die nächsten Tage ist wieder einmal Starkwind angesagt, so dass wir beschließen, die 25 sm nach Rødvik auch unter Motor anzugehen. Hier bekommen wir den letzten freien Liegeplatz in dem wir drei Nächte abwettern. In Rødvik fühlten wir uns gut aufgehoben und nutzten das Angebot mit dem Elektrobus die Gegen auch weiträumiger zu erkunden.
Am 23. August 2025 ließ der Wind nach und wir legten mit dem Ziel Klindholm ab. Es war merklich kälter geworden (ca. 12 Grad), also Zeit sich auf dem Weg nach Hause zu machen. Wir konnten 4 Stunden Segeln und waren begeistert von der Kulisse der Kreidefelsen vom Møn. Nach der Abdeckung der Kreidefelsen bekamen wir gut 20 kn Wind und ein gut 1,5 m hohe Welle auf die Nase. Zum Glück habe ich die Segel rechtzeitig geboren. Wir mussten ca. eine Stunde gegen an Motoren, wobei mehrmals die Wellen übers Deck bekamen und das Wasser ein Weg durch die Lüftung fand.
In Klindholm fanden wir einen geschützten Liegeplatz hinter den Ferienhäusern. Klindholm hat eine sehr schöne Hafenanlage mit guten Sanitäranlagen. Ansonsten waren wir vom Umfeld enttäuscht, es gab nur eine Pizzeria, die geschlossen war und ein Gourmet Restaurant (Dinner ab 85€ pro Person). Außerdem eine Ecke mit Food trucks. Auch der Supermark war eher ein Kiosk. Die Wettervorhersage zwang uns hier wieder für drei Nächte zu bleiben. Wir nutzten die Zeit um uns die Insel anzusehen. Wir fuhren mit dem Bus nach „Stege“ und machen Spaziergänge am Strand.
An 26. August 2025 öffnete sich ein Wetterfenster für die Überfahrt nach Hiddensee. Entgegen unserer Gewohnheit legten wir um 6 Uhr morgens ab, um nicht in den Starkwind, der für den Nachmittag zurückkehren sollte, zu kommen. Um 13 Uhr machten wir in Vitte fest und genossen den Nachmittag auf Hiddensee. Da sich das Wetter zunehmend verschlechterte ging es am nächsten Tag weiter. Wir planten unsere Fahrt so, dass wir die Brücke bei Strahlsund passieren und nach 6 Stunden unter Motor in Neuhof fest machen konnten. Neuhof ist ein gepflegter Hafen mit einem Restaurant in dem man einen Tisch vorbestellen muss. Dafür bekamen wir am Abend einen leckeren Saibling frisch gebraten. Für den nächsten Tag haben wir uns mit unseren Bootsnachbaren aus dem SVT (Antje und Ansgar vom Falken) in Greifswald verabredet. So legen wir gegen 9 Uhr ab, um durch den Strelasund Richtung zu kreuzen. Um 15 Uhr passieren wir die handbetriebene Brücke bei Wieck, die nur zu jeder vollen Stunde öffnet.
Um 15:30 Uhr machen wir im Stadthafen von Greifswald fest. Unser Ankerbier tranken wir gemeinsam mit Anje und Ansgar auf dem Falken unter deren neuer Kuchenbude bei anhaltenden Regen. Am Abend gingen wir gemeinsam bei strömenden Regen in die Stadt und aßen im Brauhaus von Greifswald zu Abend.
Da wir uns mit unseren Enkeln nebst Eltern in Karlhagen verabredet hatten, müssen wir am Folgetag aufbrechen und bei Nebel und keinem Wind über den Greifswalder Botten motoren. Am Abend kamen unsere Lieben mit Ihrem Wohnmobil. Da die Kinder nichts von dem Treffen wussten, war die Freude groß. Oma und Opa waren nun schon über 10 Wochen unterwegs. Wir verbrachten noch einem Tag zusammen mit einem Besuch in „Karls Erdbeerhof“ und dem Strand bei Kosorow. Am 31. August 2025 geht es weiter Richtung Achterwasser. Um 11:45 Uhr öffnete für uns die Brücke bei Wolgast und so konnten wir uns teils unter Segel auf dem Weg zur „Zecheriner Brücke“ machen. Um 16:45 Uhr passierten wir diese und liefen den sehr schönem Hafen in Kamin an. Von hier ging es weiter über das Stettiner Haff nach Trzbiez (Ziegenort), Stettin, Schwedt, Marienwerder nach Berlin. Am 5. September 2025 kamen wir gegen 17 Uhr im SVT wohlbehalten an und wurden von Christian, Anton und Charlotte empfangen.
