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Da ich dieses Jahr ein wenig Zeit hatte, konnte es ein etwas längerer Törn werden, und so ging es von Berlin über Rügen und die Schwedische Ostküste bis in die Ålands. Insgesamt war ich mit wechselnder Crew vom 14.05. - 14.08. drei Monate unterwegs und habe etwa 1600 Nm zurückgelegt. 

Crewwechsel 

Von den drei Monaten war ich ungefähr einen Monat allein unterwegs, zwei Monate begleiteten mich Kameraden aus dem Segelklub, Freunde oder Familienangehörige jeweils für eine bis zwei Wochen. Da das Boot mit zwei separaten Kajüten ausgerüstet ist, bietet es ausreichend Privatsphäre. 

Die Flughäfen in Stockholm und Kalmar konnten genutzt werden, außerdem der Nachtzug aus Berlin. Der öffentliche Fernverkehr in Schweden mit Bussen und Bahnen wurde als preiswert und zuverlässig empfunden, sodass der Crewwechsel in der Regel gut geklappt hat. 

Orte mit Crewwechsel sind durch 🔄 gekennzeichnet. 

Hinfahrt

  • BoatspeedTrack_2026-06-19
Die Hinfahrt ging über Lenitz (14.05.), Schwedt, Stettin 🔄, Trzebież (17.05.), Świnoujście, Peenemünde Nord (19-21.05.), Lohme, Ystad (22.05.), Kåseberga, Hanö (24.-26.05.), Karlskrona, Kristianopel, Kalmar (28.05.) Oskarshamn 🔄, Dräger ⚓️, Rönneklubbe ⚓️, Östra Eknö ⚓️, Idösund ⚓️, Västervik (5.06.) 🔄, Ragö ⚓️, Gryt ⚓️, Arkösund (8.06.) , Aspofladen ⚓️, Nynäshamn (10.06.) 🔄, Rånö ⚓️, Ornö ⚓️, Stävnas (16.06.) , Blidö ⚓️, Furusund (18.06) 🔄, Arholma ⚓️, Eckerö / Åland (20.06.).

In Schweden hat Mitte Mai bis Mitte Juni die Saison noch nicht wirklich begonnen. Die Häfen, die ja ohnehin ohne oder mit wenig Personal auskommen, sind leer, die wenigen Gastlieger meist keine Schweden. Die Restaurants abseits der Städte waren ebenfalls häufig geschlossen oder nur am Wochenende geöffnet. 

Ystad: Großer Hafen mit Fingerstegen, interessanter Ort mit allen Versorgungsmöglichkeiten.

Kåseberga: Einfache Mole, bekanntes Ausflugsziel Wikingersteinkreis, einige Restaurants.

Hanö: Mole oder Moorings, schöne Insel zum Wandern

Karlskrona: Garnisonsstadt und hist. Zentrum der schwedischen Seestreitkräfte und militärischen Werften, nautisches Museum, alle Versorgungsmöglichkeiten. 

Kristianopel: Einfacher Hafen mit Heckbojen.

Kalmar: Schlosshafen, Tiefgang bis 1,7 m mit schönem Blick auf das Schloss, Heckbojen, alle Versorgungsmöglichkeiten.

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Oskarshamn: Industrie- und Fährstadt, Stadthafen recht trubelig, aber nicht ohne Reiz.

Västervik: „Perle der Ostküste“, touristischer Ort ebenso wie die Inseln der Umgebung, hübsche Innenstadt, gute Verkehrsanbindung. 

Arkösund: Schön gelegener großer Gästehafen in einem Urlaubsgebiet, Moorings.

Nynäshamn: Großer Yachthafen, alle Versorgungsmöglichkeiten, Bahn nach Stockholm Central 1h, moderne Stadt.

Stävnas: Hafen in den Stockholmer Schären, etwas außerhalb, Fingerstege.

Furusund: Einfacher Hafen im Norden der Stockholmer Schären an der Fährroute, Busanbindung nach Stockholm, Moorings. 

Åland

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Eckerö ⚓️, Mariehamn (21.06.), Äspholm ⚓️, Rodhamn ⚓️, Degerby (24.06.), Bänö ⚓️, Kumlinge ⚓️, Enklinge (27.06.), Vårdö ⚓️, Bomarsund (29.06.), Kastelholm (30.06.), Bomarsund ⚓️, Levernäs ⚓️, Geta ⚓️

Åland ist eine autonome finnische Region, eine Gruppe von etwa 6000 Inseln, von denen etwa 60 bewohnt sind. Von den ca. 30.000 Bewohnern lebt ein gutes Drittel in der Hauptstadt Mariehamn. Gesprochen wird überwiegend Schwedisch, Zahlungsmittel ist der Euro. Die Inseln liegen etwa auf halbem Weg zwischen Stockholm und Turku in Finnland. Åland weist die meisten jährlichen Sonnenstunden Skandinaviens auf. 

Mariehamn ist der Hauptort der Inselgruppe, liegt auf einer langgestreckten Halbinsel und bietet sowohl im Westen als auch im Osten einen Yachthafen sowie im Norden eine Flughafen. Der Västerhamn liegt hinter den Anlegestellen der Fähren nach Stockholm und Turku, dort befindet sich auch das Schifffahrtsmuseum mit dem historischen Segelschiff “Pommern”. Das Städtchen verströmt eine gediegen maritime Atmosphäre und bietet alle Versorgungsmöglichkeiten. 

Degerby: Hübscher Haften auf Föglö, Bojen, Diesel, Supermarkt, Restaurant. Die Inselgruppe bietet vielfältige Freizeitmöglichkeiten.

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Enklinge: einfacher Steg im Südosten der Insel, Strom, Laden 2km, Museumsbauernhof “Hermas” bietet interessante Einblicke in das Leben der Bauern und Fischer vergangener Tage

Bomarsund: Steg unmittelbar unter der Festungsruine, Wasser, Strom. Bomarsund war eine russische Festung, die Åland für das Zarenreich sichern sollte. Sie wurde 1854 mit Hilfe britischer und französischer Streitkräfte zerstört. Seitdem sind die Ålands entmilitarisiert. Die Gegend ist recht bergig, es gibt einen schönen Wanderweg durch die Ruinen. 

Kastelholm: Komfortabler, schön gelegener Hafen in der Nähe der Burg Kastelholm aus dem 18. Jh., Museumsdorf, Golfplatz. Zufahrt sehr flach (1,5m, betonnt), Restaurant im Hafen, sonst keine Versorgung.

Rückfahrt

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Öregrund (5.07.), Medholma ⚓️, durch den Väddö-Kanal nach Harö by ⚓️, Lidö ⚓️, Gytlan⚓️, Norrtälje (12.07.) 🔄, Tjockö ⚓️, Möja ⚓️, Utö (17.07.), Nynäshamn (19.07.) 🔄, Torö ⚓️, Marö ⚓️, Missjö ⚓️, Tyrislöt (25.07.), Haskö ⚓️, Västervik (27.07.), Eknö ⚓️, Ekö⚓️, Oskarshamn (30.07.) 🔄, Mönsterås ⚓️, Kalmar (2.08.) 🔄, Degerhamn, Sandhamn, Hanö (5.08.), Åhus, Skillinge, Sassnitz (8.8.), Świnoujście, Stettin (12.08.) 🔄, Berlin (14.08.)

Öregrund: Touristischer kleiner Ort mit schönen alten Holzhäusern, bei nördlichen Winden Schwell, alle Versorgungsmöglichkeiten.

Väddö-Kanal: Verbindet zwei Fjorde parallel zur Küste südlich von Grisslehamn, Tiefgang max 2m

Norrtälje: Sympathische Kleinstadt mit lebendiger Innenstadt am westlichen Ende des gleichnamigen Fjords, Busverbindung zum Flughafen Arlanda 1:30 h, Hafen entlang des Stadtkais etwas unruhig. 

Utö: Lebendige Urlaubsinsel mit südländischem Flair, man liegt meist mit Heckanker am Holzsteg (300 Plätze!), Geschäfte, Tankstelle, Fährverbindung. 

Tyrislöt: Einfache Mole beim Campingplatz St. Anna, dort Dusche Restaurant Laden, Heimatmuseum, schöner Wanderweg ausgeschildert.  

Västervik, Oskarshamn, Kalmar, Hanö siehe Hinfahrt. 

Degerhamn: Einfacher Steg im Süden Ölands hinter einer Zementfabrik, freundliches Hafenmeisterpaar, keine Kartenzahlung.

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Sandhamn (Torhamn): Einfacher Hafen in einer schnell flach werdenden Bucht, Restaurant “Sail Inn” schön gelegen. 

Åhus: Stadthafen entlang des Flusses Helge å, Urlaubsbetrieb, viele Restaurants. Ehemalige Brennerei heute nur noch Abfüllbetrieb des “Absolut Vodka”.

Skillinge: Fischerei- und Werfthafen mit kleiner Gästeecke, Sanitäranlagen einfach, Restaurant. 

Schärenliegen

Die Liegegebühren in den Häfen liegen umgerechnet bei 30-35 Euro, bei einfachen Stegen auch mal nur 10 Euro. Bei ruhigem Wetter ist es aber meist nicht erforderlich, einen Hafen anzulaufen, da es eine Fülle von geschützten Buchten in den Schären gibt, die allerdings oft so eng sind, dass man nicht wirklich gut Ankern kann. Es ist daher üblich, vor Heckanker mit dem Bug an einem Felsen festzumachen, sodass man geschützt liegt und an Land gehen kann. Dieses Schärenliegen ist in Schweden sehr verbreitet, und nicht umsonst heißen viele Buchten auch Hamn, also Hafen. 

Eine gute Anleitung zum Schärenliegen bietet die Webseite von Sönke Roever Blauwasser.de. Ich will aber trotzdem ein wenig von meinen Erfahrungen berichten:

Zunächst einmal gilt es, eine geeignete Stelle zu finden, an der man gut an Land kommt, ohne dass das Boot aufsetzt. Das ist einfacher, als es sich anhört, da die meisten modernen Boote im Bugbereich wenig Tiefgang haben. Gute Stellen sind oft da, wo bereits andere Boote an Land liegen :-) und auch in Seekarten verzeichnet (Navionics Boating). 

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Es empfiehlt sich, erst einmal langsam nah an den gewählten Felsen heran zu fahren und zu schauen, ob alles glatt läuft. Ist das der Fall, fährt man noch einmal an und wirft etwa zwei Bootslängen vor dem Ufer den Heckanker. Man hat nun ein wenig Strecke um sicherzustellen, dass der Anker auch greift. Ist das nicht der Fall, muss man leider einholen und noch mal anfahren. 

Hält der Anker, fährt man sehr langsam an den Felsen heran bis am Bug jemand auf den Felsen übersteigen kann und eine vorbereitete Leine mitnimmt, um das Boot an einem Baum, Felsen oder Haken festzumachen. Der Heckanker wird durchgesetzt, eine zweite Leine zum Land ausgebracht, um den Bug auf der Stelle zu halten. Das ist alles. 

Das Manöver läßt sich bei sehr wenig Wind auch einhand durchführen. Ebenso kann man auch einfach neben ein bereits festgemachtes Boot fahren und mit deren Hilfe an Land kommen.  Mein Eindruck ist, dass man an der Schäre eher die Geselligkeit pflegt und nicht soviel Wert auf maximale Distanz legt. 

Learnings

Habe endlich gelernt, einhand an Heckbojen festzumachen.

Leichtbier schmeckt und ist trinkbar. 

Die Schwedische Ostküste ist ein tolles Segelrevier. Gut geschützt durch die Schären, Platz zum Segeln, Inseln zum Ankern, Wandern, Kanu fahren, freundliche, gut gelaunte Leute, schöne kleine Orte, Natur. Kann man wieder hinfahren. 








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